Worum geht’s?

Amateurfunk, ein sowohl spannendes als auch weltumspannendes Hobby dem ich (mit einer längeren Unterbrechung) seit über 30 Jahren nachgehe.

Im zarten Alter von 19 Jahren wurde ich urplötzlich vom damals grassierenden CB-Funk-Fieber befallen. So ein Gerät musste unbedingt ins Auto und  so fing dann auch alles an. An den damaligen „Breakerrunden“ war ich jedoch nicht besonders interessiert; viel mehr Gefallen fand ich an seltsam fremdartigen Stimmen, die man vereinzelt auf dem 11m-Band vernehmen konnte und die offenbar von sehr weit her zu stammen schienen. Bald gelangen mir die ersten Kontaktaufnahmen mit diesen sogenannten DX-Stationen und bald schon verliess ich den damals von der Post vorgegebenen „Pfad der Tugend“ um mich vollends der DXerei zu verschreiben.

Geräte mit (streng verbotener) höherer Leistung, ausgestattet mit (genauso streng verbotenen) alternativen Modulationsarten aka SSB wurden oberkünftig betrieben, ständig in der Furcht irgendwann doch mal vom gefürchteten „Gilb“ aufgebracht, erlegt und als Schwarzfunker gebrandmarkt zu werden.  So konnte es nicht weitergehen, schliesslich wollte ich ja nicht hinter Gittern enden sondern strebte danach dieses tolle Hobby auch legal ausüben zu können.

Der Zufall wollte es dass ich zur damaligen Zeit von einem Volkshochschulkurs erfuhr in dem man auf eine Prüfung zur Erlangung der Amateurfunklizenz vorbereitet wurde. Da musste ich natürlich hin um meine Liason mit den kurzen Wellen endlich zu legalisieren und so büffelte ich mit etwa 20 Gleichgesinnten HF-Technik, Betriebstechnik und nicht zuletzt auch Gesetzeskunde. Unser Lehrer Udo (DC8UV) führte uns kompetent und äusserst unterhaltsam bis zu dem schicksalhaften Tag an dem ich vor der OPD München meine Prüfung ablegte und als frischgebackener C-Lizenzler namens DB2CS wieder nach Hause kam.

Meine QSL-Karte von 1980

Die Freude war groß, im neu errichteten Shack stand schon ein neu erworbener Icom IC-211 bereit und endlich konnte ich, wie auch all die anderen „jungen Wilden“ zumindest auf den UKW-Bereich losgelassen werden. Es war eine tolle Zeit, wir haben die alten Herren des OV C10 ganz schön aus der Fassung gebracht mit unseren 2m DX-Peditionen auf den Irschenberg und den Schliffkopf und all den anderen Aktivitäten, die wir uns so ausdachten. Aber eigentlich waren wir ja nur Schmalspur-OM’s, die höheren Weihen, die grosse Lis, der Adelsschlag fehlte noch: Die CW-Prüfung musste bestanden werden um endlich auch auf Kurzwelle aktiv werden zu können und so nahmen die meisten von uns dieses Vorhaben auch sofort in Angriff.

Bewaffnet mit einem Cassettenrekorder und dem aus 5 (?) Cassetten bestehenden Telegrafiekurs des DARC machte ich mich auf den Weg und er war streckenweise ganz fürchterlich dornenreich. Ich tat mich  furchtbar schwer und mehr als nur ein Mal landete der Kopfhörer nach einem Wutanfall in der Ecke. Fast ein Jahr dauerte es und wenn mein alter Freund und Mentor Gorch (DF3MH) mich nicht mit zahlreichen Ausflügen auf die Kurzwelle anlässlich meiner abendlichen Besuche bei ihm bei der Stange gehalten hätte wer es wohl nichts geworden mit der grossen Lizenz; so aber aber dann war es dann nach über einem Jahr endlich so weit. Mit zitternden Knien betrat ich ein weiteres Mal die heiligen Hallen in der Arnulfstrasse und versuchte unter den strengen Augen der Prüfer mein Glück. 3 Minuten galt es zu überstehen in denen 5er-Gruppen, QSO-Text und Klartext von einem grauenhaft klingenden Morseschreiber ausgesendet wurde; 3 Minuten in denen maximal 3 Fehler zugelassen waren. Beim ersten Anlauf lag ich knapp drüber aber man hatte ein Einsehen und gewährte mir eine zweite Chance, die ich dann zu nutzen verstand. Die grösste Hürde war gemeistert, das Geben war dann kein Problem mehr obwohl meine Hände immer noch so zitterten, dass der Kontaktabstand der Junker Handtaste auf rekordverdächtige Werte justiert werden musste. Ich hatte die grosse Lizenz und hiess ab sofort DL4MAQ, dass ich einer der Ersten in München war, die mit einem 3-stelligen Suffix arbeiten mussten ärgert mich zwar bis heute, ich habe mich aber damit arrangiert.

meine derzeitige Karte

 

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4 Kommentare (+add yours?)

  1. V51Q
    Sep 10, 2010 @ 13:18:47

    Toll!

    Passt auch zu 98% zu mir.
    Hätte von mir kommen können.
    Danke für den Bericht.

    LG

    Michael

    Antwort

  2. Juergen (DF5WW)
    Sep 10, 2010 @ 13:52:22

    Jaja, der Werdegang ist ziemlich ähnlich ……. CB haben wir damals auch gemacht aber an den Afu kam ich eher dadurch das ich mit meinem FT-101ZD (nicht umbequarzt) viel auf Afu zugehört habe.

    Das lernen hab ich innerhalb eines halben Jahres im „Selbststudium“ hinter mich gebracht und 1982 die Klasse C mit jeweils mehr als 80 % in allen 3 Prüfungsteilen abgelegt. Also für KW auch nur noch CW nötig. Ich bin dann zwecks „Motivationssteigerung“ nach einem weiteren halben Jahr (auch Cassettenkurs und Einzelkämpfer) erstmal die 30 BpM für Klasse A angegangen um während der Umschulung schonmal per KW mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. Im Dezember 1983 hab ich dann die 60 BpM (durch viele CW QSO war das schon echt langsam für mich) nachgelegt und mein jetziges Call erhalten……. Also auch schon fast 30 Jahre Afu und auch mit langer Pause von 1993 bis 2008 ……….

    73´s …. Jürgen (DF5WW)

    Antwort

  3. Chris DG2MKV
    Nov 20, 2010 @ 21:29:38

    Hallo Jürgen,

    bis auf das ich etwas später an der Reihe gewesen bin vom Jahrgang, auch das ich CW geschickt ausgelassen habe und alles im Eigenstudium mir beibrachte lief es genau so ab wie bei dir in der Vorgeschichte.
    Naja einen Unterschied gibt es doch, der „Gilb“ war bei mir schon… aber das tat der Sache keinen Abbruch mit 13 ist man da ja noch nicht greifbar. 😉

    Spass gemacht hat die alte Zeit auf alle fälle und hin und wieder trauere ich dieser auch noch etwas nach.

    73 de Chris
    DG2MKV

    Antwort

  4. dc7ccc
    Aug 03, 2011 @ 15:03:04

    Da lese ich ja etliche Parallelen 🙂 Alles ein Holz …

    73, Mario mit einigen ex Calls seit 1978, nun DC7CCC

    Antwort

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