7P8D – Nachtrag

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Nachzureichen ist noch der claimed score für den CQ WW DX CW 2012

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Enttäuschend für uns das recht „dünne“  Log auf 40m, 80 und 160m waren so schlecht wie von den Locals prophezeit.  Wir waren pausenlos running unterwegs mit deutlich mehr Andrang als uns lieb war. Selbst der „kleine“  RIT-Splitbetrieb war schwierig,  die beste Methode war es dem Tumult so lange zuzuhören bis das erste Call komplett im Eingabefeld stand.  In diese Situation bekamen wir einmal mehr vor Augen geführt wie man einen seltenen Vogel zügig arbeiten kann: Nach einer Wartezeit von 3-5 Sekunden einmalig das Call gegeben und man hatte eine gute Chance schnell ins Log zu kommen. 

Angesichts der Tatsache, das wir so gerade eben mit dem Aufbau fertig wurden und keinerlei Aufwärmübungen stattfinden konnten war unser Auftritt durchaus achtbar wobei ein am Ende unserer Aktivität stattfindender CQ WW  natürlich für ein besseres Ergebnis gesorgt hätte.

Gegenüber dem 2011er Contest, den ich ja als m/m in Dänemark bestritten hatte, fehlen satte 4000 Verbindungen. Die Einheimischen hatten es schon immer gewusst, wir Eu’s wollten’s wieder mal nicht glauben: Contesten auf der Südhalbkugel ist schwierig. Die komplette nördliche Hemisphäre richtet nach West bzw. nach Ost aus, kein Mensch denkt an die Handvoll einsamer Telegrafisten in  Afrika, Neuseeland, Australien und Ozeanien.   

Aufgrund einiger Nachfragen noch eine Kostenbetrachtung dieser Aktivität: Der Flug schlug mit €800.- zu Buche, dazu kamen €600.- für Kost, Logis sowie ein wenig Handgeld, unter anderem zum Auslösen meiner Hochseeangel 🙂 

Mein besonderer Dank geht an Roger (ZS6RJ), der uns  mit Sack und Pack vom Flughafen abholte und dort auch wieder abgeliefert hat. Er ließ es sich nicht nehmen uns vor dem Rückflug noch ein typisches Stück Afrika in Form eines Wildreservats zu zeigen um so zumindest etwas Abwechslung in unseren  HAM-Alltag zu bringen.

Nissan 

Na ja, so ein wenig habe ich ihn in Verdacht nur dort hingefahren zu sein um mir, meine Schlangen-Phobie hinterlistig ausnutzend, so ein Monster um den Hals hängen zu können. Aber so weit kam es dann Gottseidank doch nicht.

7P8D – Ein Fazit

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Seit ein paar Tagen bin ich nun wieder zu Hause, habe mir einen netten Infekt quasi als Souvenir mitgebracht und beginne das Erlebte aufzuarbeiten und zu bewerten.

Die Gruppe: Ein international zusammengewürfelter Haufen; wir kannten uns bislang nicht, kamen noch dazu aus doch recht unterschiedlichen „Kulturkreisen“. Nicht alles lief glatt, es gab Pannen, Defekte, Krankheiten und selbstverständlich auch die eine oder andere Meinugsverschiedenheit. Vieles war mühsam aber schlussendlich haben wir es geschafft und das Ding gemeinsam zu einem guten Ende gebracht. Für mich extrem lehrreich, einige Lektionen in Sachen „cultural exchange“, die durchaus auch mal schwer verdaulich waren. Interessant zu sehen wie „wir Deutschen“ so ankommen wobei natürlich die Frage unbeantwortet bleibt inwieweit unsere DL’s den „typischen“ Deutschen repräsentiert haben. Ob ich’s noch mal machen würde? Ich denke ja, vielleicht etwas weniger blauäugig und mit mehr Skepsis, schlauer ist man hinterher allemal …

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Die Antennen: Mein neuer Hex funktionierte  (ebeso wie Rogers) ufb, nach dem Mastdebakel stand er ja nur auf 7m Höhe und das SWR auf 10m litt ein wenig unter diesem Umstand; trotzdem waren wir immer wieder überrascht wie gut dieses Antennenkonzept tatsächlich spielt. Durch das leichte Packmaß und den glücklichen Umstand, einer Hochseeangel wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein ist das Hexkonzept geradezu ideal für DX-Peditionen. Auch mit Verticals wie der R7 kann man Qso’s fahren (Exklusivantenne für 30m!) und die alte Lady zeigte, speziell auf 40, dass sie noch lange nicht zum Altmetall gehört.

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Die Technik: Der K3 lief wieder mal problemlos und dürfte einige Freunde gefunden haben. Die mitgebrachten Pa’s litten, wie sich dann schlußendlich herausstellte, unter doch recht extremen Spannungseinbrüchen bis zu 150V. Besonders herauszuheben waren die Experts: Die Netzteile (zertifiziert für 90V – 250V) haben daran wohl einen erheblichen Anteil. Das eine Problem an der 2K stellte war wohl im Bereich der ALC-Kopplung zu suchen und verschwand sofort bei „einfacher“ Kopplung.

Die Ausbreitungsbedingungen: Wir saßen mit offenem Mund vor den Radios und hörten, die Antennen Richtung Nord ausgerichtet,  JA, W und EU zur gleichen Zeit mit identischen Feldstärken. Die DX-Bänder brodelten fast ganztägig, auch nach Einbruch der Dunkelheit war noch lange nicht Schluß. Der Jahreszeit geschuldet war der Betrieb auf den  Lowbands mühsam, die Anzahl der Qsos (160:70 / 80: 274) entsprach nicht unseren Vorstellung; mehr war allerdings trotz heftiger Bemühungen nicht machbar. Die Greyline auf 80 war kurz aber heftig mit Pileups jenseits von Gut und Böse; auf 160 konnte man von einer ausgeprägten GL nicht sprechen, teilweise tauchten Signale für wenige Sekunden aus dem qrn auf um sofort wieder zu verschwinden. Für bessere Ausbeute wären hier Beverages notwendig gewesen, durch die deutliche Limitierung unsere Gepäcks kein ganz einfaches Unterfangen.

Die "Lowbanders" (Jo (DJ3CQ), Chris (DL2MDU), Keith (VE7MID)

Die „Lowbanders“ (Jo (DJ3CQ), Chris (DL2MDU), Keith (VE7MID)

Statistik:

Etwa 32.000 q’s inklusive derer im CQ WW (wir waren als M/2 unterwegs)

Davon 25.000 in CW, 6000 in SSB, der Rest in RTTY

10m:2100 / 12m:6200 / 15m:6400 / 17m:3500 / 20m:3300 / 40m:1100 / 80m:370 / 160m:74 (Zahlen ohne Contest)

Afrika: Wie immer eine Reise wert. Trotz aller Unsicherheiten, Gefahren und Merkwürdigkeiten ist das doch „mein“ Kontinent. Einmal mehr fühlte ich mich dort wohl obwohl meine völlig überzogenen europäischen Ansichten und Werte  auf das Wesentliche reduziert werden mussten.

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Ich habe Elend gesehen und Leute, die herzhaft lachen können, Kontakte geknüpft und Freunde gefunden, wundervolle Natur im Einklang mit völlig zugemüllter Landschaft. Eine Aidsrate von über 70 Prozent und extreme Kriminalität zeugen von einigen ernstzunehmenden Problemen dieses Landes. Man kann nur hoffen dass die Lage am Kap sich zum Guten wenden wird, ich käme gerne nochmal wieder …

7P8D – Wo die Banausen hausen

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auf vielfachen Wunsch ein kleiner  Bericht über unsere Unterkunft in Lesotho. Der „Roma Trading Post“ wird bereits in dritter Generation von den englischstämmigen Thorns  betrieben und besteht im wesentlichen aus einem rustikalen Supermarkt mit angeschlossenem Park, hier sind mehrere Rundhütten, die Gästen als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Auf Wunsch kann in einem zentralen Guesthouse auch gekocht werde, ausserdem steht ein kleiner Bereich für Zelte zur Verfügung.

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Hier wohnen Chris und ich, das Häuschen ist nicht besonders groß, mit Reet (!!!) gedeckt und recht gemütlich.

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Na ja, viel Platz haben wir nicht aber dafür ein formidables Badezimmerchen mit rosaroten Fliesen und einer alten, englischen Badewanne. Den technologische Höhepunkt unseres schmucken Heims stellt übrigens eine moderne Bettheizung dar die wir zunächst recht verwundert bestaunten. Wir hatten jedoch eine Nacht, in der wir bei 6 Grad zähneklappernd nicht einschlafen konnten und wissen seither dass dieses Utensil hier oben kein Luxus ist.

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Wir kommen prima miteinander klar obwohl wir, wie wir leider feststellen mussten, beide zum sanften Schnarchen neigen. Die Nächte sind kurz, geschlafen wird erst bei drohender Ohnmacht und in der Regel nicht länger als 3 bis 4 Stunden. Nichts für Warmduscher aber auch hier gilt einmal mehr die alte Telegrafistenweisheit: „No pain, no gain!“

7P8D – Murphy, Teil II

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Es hatte sich schon Gestern Abend angekündigt, seit heute Mittag haben wir Gewissheit: Die Expert 2K hat ebenfalls ein Problem und wird deshalb ab sofort nicht mehr verwendet.
Urplötzlich, nach 6 Tagen störungsfreiem Betrieb kein (0!) Output mehr. Relais klicken zwar noch, es wird aber weder durchgeschaltet noch irgendetwas verstärkt. Zwar behebt sich der Fehler nach max. einer Minute von alleine und alles läuft wieder, die Minute kann aber zur gefühlten Ewigkeit werden wenn 347 Ja’s brüllend vor der Tür stehen und ihr geliebtes „newone“ haben möchten während man tatenlos abwarten muß bis die italienische Diva wieder zur Mitarbeit einfindet.
Wir dachten zunächs an irgendwelche Schnittstellenprobleme mit dem IC-7600 und haben alle bekannten Methoden der Kopplung Trx – Pa ausprobiert; leider ohne Erfolg.
Heute dann bekam ich das Schätzchen an meinen K3 gerollt und man nahm mir die, bis dato prima funktionierende Expert 1K dafür weg. Troubleshooting nach dem Ausschlussverfahren. Fein, wir hatten plötzlich die Kraft der zwei Herzen unter der Haube und ich wollte die Diva sowieso mal ausprobieren. Leider währte unsere Euphorie nicht lange: der gleiche Fehler trat nach einer Stunde Betrieb erstmals auf.
Klare Sache: Gleicher Fehler bei verschiedenen Ansteuer-Trxen, der Fehler liegt an der PA. Gerade erst 3 Wochen in Südafrika und schon fährt die Schöne zurück in die Heimat. Und wir? 2 von 4 Rigs sind jetzt nur noch barfuß, für die SSB-Kollegen eine kleine Katastrophe, die CW-Crew nimmt’s landestypisch gelassen: „Inch’Allah“

7P8D – Neues von Murphy

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Eigntlich dachten wir, dass das Schlimmste jetzt bereits hinter uns liegt aber wie so oft sollte es anders kommen

Die Terradyne P6 verändert plötzlich ihre Eigenschaften, wir haben jede Menge HF im Shack und beeinflussen auch die anderen Stationen wenn auf dem Teil gesendet wird. Messungen mit dem RigExpert bestätigen dass da etwas nicht stimmt. Wir tippen auf ein schlechtes Kabelrouting und Emil (DL8JJ) beschliesst da hochzuklettern um das Koaxkabel anders zu verlegen; das Umlegen der Antenne hätte einfach zu viel Zeit gekostet.


Tatsächlich, der Teufelkerl klettert da hoch, kann sich mit den Beinen und einer Hand fixieren während er mit der anderen AHnd die Kabelbinder zerschneidet, das Kabel umroutet und einen Meter unter dem Boom mit neuen Kabelbindern wieder abfängt. Schon toll einen professionellen Kletterer im Team zu haben. Kleines Detail am Rande, für die NA’s gehen solche Aktionen gar nicht, sie sehen ein erhebliches Sicherheitsrisiko, die EU’s und AF’S sind gelassener zumal wir gelernt haben dass Emil weiß was er tut (und nur 60 kg wiegt).

Es kam noch schlimmer: In der Nacht steigt die Icom PW-1 aus, wir haben einen oder mehrere FET’s geschossen, der Combiner kriegt es nicht mehr gebacken, Totalausfall!


Dumme Sache, eigentlich gilt das Ding als unkaputtbar; zum Zeitpunkt des Ausfalls hing eine P7-Vertikal als Antenne dran, wir vermuten dass es Spikes waren. Reparatur in der verfügbaren Zeit unmöglich. Die Finals sind zwar billig, aber es gibt hier weit und breit keinen Icom-Shop. Die noch vorhandenen PA’s (Exper 2K, Expert 1K, KPA-500) müssen reichen, eine Station bleibt ab heutee barfuß.
Zu allem Überfluss haben einige von uns auch noch mit einem Magen/Darminfekt zu kämpfen. Details erspare ich mir an dieser Stelle. Ist auch nicht wirklich schlimm und notfalls gibts um die Ecke einen medizinischen Dienst aber die Personaldecke wird dünner.  Die Stimmung ist aber allen Widrigkeiten zum Trotz hervorragend, das Team hat sich nun gefunden und wir werden es gemeinsam schaffen.

7P8D – Der Contest

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Just an hour to go before we start the show and than it’s 48 hours of hell …
Bei 7P8D lief es andersrum. Wir hatten 2 Tage lang heftigste Probleme, die es zu lösen galt. Verbogene Masten, korridierte Antennen, vermoderte Schalter, gerissene Abspannungen. Die alte Dame war besonders unpässlich; na ja, in dem Alter kann das schon mal vorkommen.
Weitere Dramen spielten sich im Shack ab: Die Steuerkabel für die Experts lagen dummerweise in Texas, da war nun Handarbeit beim Bandwechsel angesagt.  N1MM wurde zwar zügig installiert, es stellte sich dann aber leider heraus dass wir es in einem Netzwerk nicht schaffen zwei unabhängige Logbücher (Contest / Non-Contest), verteilt über mehrere Stationen laufen zu lassen. Die Lösung: 2 Notebooks, direkt via Crossoverkabel verbunden bildeten für die M/2-Station, der Rest der Crew kam über einen Switch in ein weiteres LAN- Klingt alles ganz einfach wenn man es rückwärts betrachtet, vorwärts gesehen war es dann doch ziemlich kraft- und nervenraubend.
Wie auch immer, am Ende des zweiten Tages war alles bereit für die große Show, die Dxpeditionäre legten schon ein wenig los und die Contester verzogen sich in die Betten ohne wirklich schlafen zu können. Pünktlich um 02.00h Ortszeit legten wir los.


Ich beschreibe mal aus Sicht eines Europäers was wir hier im Contest erlebten:

  • 160m: Hier ist Sommer, eigentlich kann auf diesem Band absolut nichts laufen und so herrschte auch gähnende Leere, untermalt von heftigen Gewitterentladungen. Für den Contest definitiv ein Ausfall, 4 Qsos sprechen wohl eine deutliche Sprache.
  • 80m: Hier haben wir immerhin 53 Verbindungen erreicht; beschämend aber die Locals hatten es vorhergesagt. Ich hörte viele EU’s, die ich stundenlang anrief, die aber mich nicht hörten. Die wenigen, die mich aufnahmen fielen fast vom Stuhl und es dauerte ewig, bis das Call klar war. S&P mit diesem Rufzeichen ist eine Plage!
  • 40m: Auf dem europäischen „Brot und Butter Band“ gab es immerhin 419 Verbindungen, eigentlich fast peinlich aber mehr war nicht drin. Wenn man sich die Lage von Lesotho betrachtet wird schnell klar, von hier aus ist fast alles DX, von einer Handvoll Af’s mal abgesehen.
  • 20m: Sehr schwach, lag wohl an den Bedingungen. 1228 Qso’s. Die Locals hatten deutlich mehr erwartet.
  • 15m: 2141 Verbindungen, hier lief es sehr schön. Stundenlange Runs in alle Richtungen. Das war _unser_ Brot und Butterband, offen fast rund um die Uhr.
  • 10m: 1772 Qso’s, das Band machte richtig Spaß von hier unten. Im Pileup waren EU’s NA’s und JA’s zur selben Zeit. Der Hex stand ausschliesslich nach Nord. Das hat einfach nur Spaß gemacht.

Was noch auffiel waren die extrem häufigen Dupes, wir hatten ja eine (fast) exklusive Zone sowie ein exklusives Land zu vergeben und so kamen sogar die big guns vorbei um uns abzuholen und später erneut , einfach um sicher zu sein, dass die Verbindung auch wirklich im Log war.
Am Ende hatten wir 9 Mio Punkte und waren mit dem Erreichten zufrieden. Mit 6 Ops an 2 Stationen war es nicht wirklich anstrengend und hat großen Spaß gemacht;  eine gute Entscheidung beim CQ WW mitzumachen.

7p8D – der Aufbau

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Am nächsten Tag ist Aufbau angesagt. Nach dem Frühstück legen wir bei einer gemeinsamen Begehung die Standorte der einzelnen Antennen fest. Platz genug ist in jedem Fall, das Problem sind die benötigten Koaxlängen. Wir haben in Summe sicherlich 400m dabei, müssen aber trotzdem bald erkennen dass diee besten Plätze sehr weit vom Shack entfernt sind.
Das NA-Team stellt die Tennadyne T6 auf einem zerlegt mitgebrachten Alumast direkt neben dem Shack auf; es folgt dann noch eine R7-Vertical.
Bei den EU’s ist derweilen Freund Murphy zu Besuch. Meine Hochseeangel ist blitzschnell zu einem Hexbeam zusammengebaut aber der wunderschöne, von Roger zusammengeschweisste Mast erweist sich als zu schmächtig für diese Antenne. Wir verbringen den größten Teil des Tages mit allen möglichen Aufrichtversuchen, die allesamt vergeblich sind. Der Mast ist mittlerweile krumm wie eine Wiener Würstchen und wir müssen uns diese Niederlage eingestehen; ohne Teleskopmast wird das einfach nichts.

Deshalb widmen wir uns dem 2ten Hex, mit dem mitgebrachten Teleskopmast zwar keine Spielerei aber doch machbar. Jetzt sind immerhin schon zwei Richtstrahler und eine Vertical in der Luft.
Donovan und Mitch kommen mit dem Auto aus Port Elisabeth an, sie hatten eine 1000 km-Anreise mit höchstem Unterhaltungswert beim Grenzübertritt und sind entsprechen genervt und geschafft. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns meinen Hexbeam auf den mitgebrachten Teleskopmast zu schrauben und dafür auf den Spiderbeam zu verzichten. Der Grund dafür ist schlicht dass der Hex schon fertig in der Wiese liegt während der Spider erst noch zusammengebaut werden müsste.


Lagebesprechung beim Abendessen: Morgen gibt es 3 Teams:

  • Team A baut die alte Lady sowie einen Dipol für 40/80m auf
  • Team B installiert und testet die Stationen im Shack (3 x K3, 1 x Icom)
  • Das IT-Team bringt das Netzwerk an’s Laufen und richtet die Notebooks ein.

Die Sonne brennt gnadenlos und viele haben bereits Sonnenbrände im Anmarsch. Wir beschliessen die frühen Morgenstunden (die Greyline beginnt gegen 05.00h) zu nutzen und uns ein wenig in Acht zu nehmen.
Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende; nicht alles lief glatt, die Nerven lagen streckenweise blank aber schlußendlich haben wir es zusammen geschafft und sind im Hinblick auf den Contestbeginn etwas gelassener: Irgendwiekriegen wir das schon hin …

7P8D – The old Lady

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Ein paar Zeilen zu einer Antenne, die bei uns hier nur als „the old Lady“ bezeichnet wird. Ein Stück Amateurfunkgeschichte verbirgt sich in einer Verpackung, die schon erkennen lässt wie alt das Teil so in etwa ist; so etwas würde heute vermutlich aus Aluminium gebaut. Eine Battle Creek Special, vom Prinzip her eine Vertikal für 40, 80 und 160m, also wirklich nichts Besonderes. Öffnet man jedoch die solide Holzkiste, die noch aus der Zeit der Bananendampfer zu stammen scheint treten erstaunliche Dinge von hohem historischen Wert zutage:

Hier kann man bereits erkennen wie diese Antenne zu ihrem Namen kam und von wem sie (kommerziell?) gefertigt wurde. Spannender wird es aber auf dem nächsten Bild:

Klangvolle Namen und exotische Lokationen, die die alte Lady im Laufe Ihres Lebens bereist hat .  Einige Blessuren hat sie dabei wohl davongetragen, ihre abenteuerlichen Reisen hinterließen Narben nicht nur an der Tropenkiste. Man sieht ihr das Alter an und sie erträgt es mit stolzer Gelassenheit. Wieviel Hochfrequenz mag sie in Wärme umgewandelt, wieviele Stürme abgewettert und  wieviele Mißhandlungen klaglos weggesteckt haben? Nähert man sich der Kiste bei Vollmond um Mitternacht kann man ganz leise die Pileups hören, die sie schon aufgefangen und verursacht hat. Ein Hauch von Amateurfunkgeschichte umweht einen, ob man will oder nicht…

Wir sind stolz uns direkt unter die Kerguelen (2005, FT5XO) eintragen zu haben, gleichzeitig erkennen wir aber auch das enorme Risiko, mit dem wir in den nächsten 10 Tagen zu leben haben: Passiert der alten Lady ein Mißgeschick, sei es im Sturm, durch Unachtsamkeit oder wie auch immer sind wir die Deppen, die ein Stück Amateurfunkgeschichte vernichtet haben. Man wird mit den Fingern auf uns zeigen, uns aus der Gemeinschaft der Funkamateure ausschliessen  und diese Schande werden wir nie mehr tilgen können. Von daher hoffen wir auf gutes Wetter 🙂

7P8D – Mit dem Auto nach Lesotho

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Die Fahrt geht zunächst ins etwa 300 km entfernte Bloemfountain; dort holen wir bei Bernie (ZS4TX) die berühmte Battle-Creek ab. Die Strasse dorthin ist  gut ausgebaut und entspricht in etwa einer deutschen Bundesstraße. Kein Vergleich mit dem Senegal, man fühlt sich, vom Linksverkehr mal abgesehen fast wie in Europa. Weites Farmland, spärlich besiedelt und von der Sonne verbrannt, landschaftlich nicht besonders attraktiv aber das soll sich noch ändern.
Roger klärt uns über die Probleme dieses Landes auf. Sehr hohe Kriminalitätsrate, das Tragen einer Waffe zur Selbstverteidigung ist üblich, die Fahrzeuge haben seitlich eine Art Panzerglas um  Überfälle zu vermeiden, gefahren wird nur mit verriegelten Türen. In den Orten dominieren extrem geschützte Grundstücke. Mauern mit einbetonierten Glascherben, mit stromführenden Drähten, Infrarotanlagen und Hinweistafeln auf die Securityfirma, die das jeweilige Gebäude betreut. Das alles stimmt uns doch sehr nachdenklich, so schlimm hatten wir es uns nicht vorgestellt.


Herzlicher Empfang bei Bernie. Er hat sich schon im Internet ausführlich über uns informiert und verspricht uns einen Besuch in der nächsten Woche. Die Holzkiste mit der Vertikal wird gemeinsam auf den Dachgepäckträger gehievt und wir fahren weiter. Noch gute 100 Kilometer sind zurückzulegen, allmählich kommt das schroffe Bergmassiv der Drakenberge in Sicht und wir nähern uns der Grenze.
Grenzen in Afrika sind ja bekanntlich ein Thema für sich, man weiß nie wie lange es denn diesmal wohl dauern wird. In unserem Fall verlieren wir durch die langwierige Prozedur auf beiden Seiten etwa 2 Stunden, füllen Unmengen Formulare aus, beantworten Fragen, öffnen Koffer und Kartons und quatschen nebenbei mit einem „Anti-Smuggling-Spezialisten“ über den FC Bayern München. Man kann das Gesehene und Erlebte kaum niederschreiben, das muß man erlebt haben. Mittlerweile ist es stockdunkel und nach weiteren 40 Kilometern erreichen wir endlich den Roma Trading Post, unsere Heimat für die nächsten 10 Tage. Nach über 24 Stunden ohne ein vernünftiges Bett wollen wir eigentlich nur noch schlafen.

7P8D – Der Flug zum Kap

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Dienstag, der 20.11.gegen 18.00h:  Chris und ich trafen uns am Airport und es konnte endlich  losgehen. Das Einchecken lief absolut stressfrei, keine Schlangen beim Checkin und auch die Security war blitzschnell erledigt, lediglich der K3 wurde, wie eigentlich immer, auf Sprengstoff untersucht. Auch beim Boarding hielt sich der Andrang in erfreulichen Grenzen. Der Flieger war maximal halb gefüllt und die von uns via Internet ausgesuchten Plätze hatten reichlich Fußraum, wir sassen direkt an der Wand hinter der Business Class.


Der Airbus der SAA war wohl schon etwas älter, in unserer 4er-Reihe gab es keinen einzigen funktionsfähigen LCD-Monitor mehr und auch die Flugdatenanzeige an der Wand, an der man normalerweise sieht wo man denn nun gerade ist war offensichtlich defekt und gab nur wirre Zahlenkolonnen von sich. Das Essen war ausreichend, der Flug sehr ruhig und, für uns am Allerwichtigsten: Wir landeten pünktlich gegen 08.15h in Johannesburg.
Sonnenschein und bereits am Morgen freundliche 24 Grad, die warmen Fliesjacken waren ab jetzt entbehrlich. Durch die Einwanderungsbehörde und zum Gepäckband; Chris wartete auf das „normale“ Gepäck während ich mich auf die nicht ganz einfache Suche nach meiner Hochseeangel machte. Schliesslich fand sich eine freundliche Seele, die gegen Einwurf kleiner Münzen dienstbar war und das unhandliche Teil herbeizauberte. Nahezu zeitgleich hatte Chris unsere Koffer vom Band gezerrt und wir machten uns, vom Zoll komplett unbehelligt, auf den Weg in die Ankunftshalle.


Ein riesiger Flughafen, es sollte eine Zeit dauern bis wir uns gegenseitig fanden und in zwei getrennten Autos losfuhren. Die Ladekapazität von Roger war bei weitem nicht ausreichend, selbst der kurzfristig geliehene Anhänger war schlußendlich voll bis unter den Blechdeckel. Der zweite Teil der Reise nach Lesotho hatte begonnen.

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