6W – Es ist geschafft

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Hinter uns liegen zahlreiche Wochen der intensiven Vorbereitung, eine mehr als spannende Anreise, 10 abwechslungsreiche Tage, jede Menge Eindrücke aus Senegal und auch ein wenig Wehmut, dass jetzt alles vorbei ist.

Eine kleine Zusammenfassung dessen was wir von hier aus erreicht haben:

  • 13330 Verbindungen, davon 5539 in SSB und 7791 in Telegrafie
  • 7286 Verbindungen nach Europa
  • 6896 nach Nordamerika
  • 1130 nach Afrika/Asien/Südamerika/Ozeanien
  • Insgesamt wurden 134 Länder erreicht

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Helfern unserer Aktion, allen voran unserem QSL-Karten-Manager Fredy (DE0MST), auf den der Löwenanteil seiner zeitraubenden Arbeit erst noch zurollen wird.

Unser Dank gilt ebenfalls unserem Gastgeber Francois (6W7RV). Er war stets für uns da wenn wir ihn brauchten und hat uns mit seinen Insiderkenntnissen über das Land jede Menge Hintergrundnformationen geliefert, die uns einen Blick auf das wirkliche Senegal ermöglichten.

Ein Dank geht auch an unsere daheimgebliebenen Angehörigen. Wir waren 10 Tage quasi verschollen und haben sie mit all dem Ärger des Alltags alleingelassen.

Zu guter Letzt bedanken wir uns bei allen Funkamateuren, die mit uns Kontakt aufgenommen haben. In zahlreichen Emails und Blogkommentaren haben wir gelesen dass es allen Spaß gemacht hat und das ist schliesslich die Hauptsache.

73 und Euch Allen vielen Dank

Matt, Sven und Jo

6W – Die Crew

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Auf allgemeinen Wunsch hier noch die Vorstellung der Crew:

Diese freundlichen Herren haben Sie an 6V7Z bedient

Matt (DL5MFL)

unser SSB-Operator, Organisationstalent und Lebensmittellogistiker. In seinem Apartment war die Küche untergebracht und er war stets um unser aller Wohl bemüht.

Sven (DF9MV)

CW-Operator und Hobbykoch, ohne ihn wären wir mit Sicherheit verhungert. Für seine Spagetti mit Tomaten und Knoblauch sowie den leckeren Tomatensalat ist er bis weit über die Grenzen seines Heimatortes hinaus bekannt.

Jo (DL4MAQ)

CW-Operator und Öffentlichkeitsarbeit. Er bemühte sich das Unternehmen 6V7Z in ein positives Licht zu stellen, hoffentlich ist das auch gelungen 😉

6W – Die Technik

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Die SSB-Station
Das Arbeitspferd Kenwood TS-870 steht „als Grundausstattung“ in Francois Shack und leistete sich wie erwartet keine Schwächen. Zwar gab es keine PC-Kopplung sodass man beim Bandwechsel etwas aufpassen musste, ansonsten lief der 870er aber wie ein Uhrwerk. Als Logbuch kam hier ein Netbook mit WINTEST zum Einsatz.

Die CW-Station
Der K3 war hier gesetzt, schliesslich hatte ich ihn ja deswegen im Handgepäck hier runtergeschleppt. Permanent via RS232 gekoppelt mit einem Notebook auf dem sowohl WINTEST (Svens Liebling) als auch UCXLOG (mein Liebling) liefen. Wir konnten trotzdem in 30 Sekunden mitten im Pileup einen Operatorwechsel durchführen. Der Amerikaner leistete sich keine Schwächen, blieb von der Hitze unbeeindruckt, steckte die täglichen Stromausfälle klaglos weg und wusste auch Sven und Matt zu gefallen; schaun wir mal 😉

Die CW-Station

Die Ersatzstation
Svens IC-7000 sollte eigentlich 6m bedienen, leider hatten wir dort erhebliche Probleme mit Störungen in die KW unabhängig vom Band; ausserdem waren wir einfach zu wenig Leute um 3 Stationen permanent auszulasten. Der kleine Icom war lediglich an einem Abend in Betrieb an dem wir es tatsächlich schafften mit 3 Stationen gleichzeitig in der Luft zu sein.

Die Richtantennen
Wir hatten 3 Monobander zur Verfügung, die jeweils etwa 15m hoch waren. Der 15er-Beam besass einen eigenen Masten während 20m und 10m gemeinsam auf dem anderen montiert waren. Tolle Antennen, zusammen mit einem exotischen Rufzeichen ist eine PA hier überflüssig, man wird gehört. Besonders interessant dass wir es tatsächlich geschafft haben 12m und 17m ebenfalls mit den angematchten Beams zu aktivieren.

Die beiden Masten mit den Beams

Die Titanex
Für 40/80/160 gedacht machte sie einen guten Job auf den Lowbands während auf 40 Francois neue Wunderwaffe zum Einsatz kam.
Die 40m Four-Square
Gerade eben fertig geworden und eine echte Hochleistungsantenne. 4 Stück 12m-Fieberglasmasten (Spiderbeam) in einem Quadrat von etwa 10m Seitenlänge aufgestellt. Jeder Mast hat einen Viertelwellenstrahler und ein Netz aus Radials. Das ganze wird an einer Box mittig im Square angeschlossen und kann vom Shack aus über eine Umschaltbox (Comtek) in alle 4 Himmelsrichtungen umgeschaltet werden. Der Effekt ist unglaublich. Wir waren sowohl von EU (im Norden) als auch von W (im Westen) etwa 5000 km entfernt. Durch Umschaltung in Richtung West Anhebung der Signale aus W um 12 dB währen EU 12 dB „leiser“ wurde. Der Effekt war grandios, wir staunten auch nach einer Woche noch über die Möglichkeiten dieser Antenne. Wir konnten sie sogar auf 30m einsetzen, da stimmten dann die Richtungen allerdings nicht mehr.
Francois plant für’s nächste Jahr eine 80er Square, das wird sicherlich hochinteressant.

Die Four-Square für 40m

Die Webcam
Mancheiner hat uns ja turnusmässig über die Schulter geschaut mit diesem, in Francois Netzwerk integrierten Wunderwerk. Wir fanden es schon witzig wenn plötzlich in einem qso der Anrufende um Handzeichen bat um den Operator ausfindig zu machen,  mit dem er gerade sprach. Wenn man Nachts alleine arbeitete kam ich mir oftmals beobachtet vor und drehte mich um an den LED’s zu erkennen ob jemand online ist. Kamera und Netzwerk hängen übrigens an einer USV-Anlage sodass auch bei den gefürchteten Powercuts der Internetzugang für einige Zeit in Betrieb blieb.

6W8 – der neunte Tag

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So allmählich nähern wir uns dem Ende unserer kleinen DX-Pedition. Das Team ist in den vergangenen 9 Tagen zu einer wirklich tollen Haufen zusammengewachsen. Das Leben hier besteht ja nicht nur aus Funken; es muß eingekauft werden, gekocht wurde mindestens ein Mal täglich, auch der Abwasch ist danach zu erledigen und der Ordnungsdienst im Shack war auch kein Luxus.
Das alles klappte völlig zwanglos und  ohne großartige „Dienstpläne“; auch an den Funkgeräten gab es keine Reibereien. Wir waren uns sehr einig und ich habe noch selten erlebt dass in einem Team die „Chemie“ so passt wie es bei uns hier der Fall war. Sicherlich hätte es noch Platz für weitere Operator gegeben, man kann hier quasi rund um die Uhr Pileups bis zum Abwinken haben und für uns 3 war es manchmal eigentlich fast zu viel des Guten.
Das „andere Ende des Pileups“ ist schon eine tolle Erfahrung, wir konnten es kaum glauben wie stark wir nachgefragt waren. Egal wo wir auftauchten, man konnte auf einen Clustereintrag binnen Sekunden rechnen und dann ging es rund. Ohne die Abschlußzahlen vorwegnehmen zu wollen kann man jetzt schon sagen dass wir mehr als 1000 Mal gespottet wurden.
Allmählich reicht es jetzt aber auch; permanente Hitze, trotz 3 Ventilatoren stehend schwüle Luft im Shack,  nervige Mücken, verschwitzte Nächte und der Geruch des völlig verchlortes Wassers. Gestern erzählte mir ein OM vom Bodensee von Schneeregen und ich ertappte mich bei einer gewissen Vorfreude nach echt bayrischem Sauwetter; ich will einfach nicht mehr ganztägig schwitzen.
Wir haben Gestern tagsüber auf den WARC-Bändern nochmals richtig Gas gegeben, die Nachfrage  ist hier auch wochentags enorm hoch. Abend gabs zur Abwechslung mal wieder Svens Spagetti, danach öffneten die Kollegen zusammen mit Francois ein gutes Fläschchen während ich noch ein wenig Betrieb auf den Lowbands machte. Interessant ist die eklatante Zunahme von Dupes in den letzten Tagen. Mein Nervenkostüm lag Gestern Abend mal ziemlich blank und ich wurde kurzzeitig doch sehr laut an der Taste: Ganz Europa brüllt im Chor, starke Entladungen und eine ausgeschaltete AGC (damit man besser hören kann) massieren den Tinnitus und die Signale liegen nur äußerst knapp über der Grasnarbe bzw. sind stark gestört. Man kriecht förmlich unter den Kopfhörer, lauscht sich die Ohren aus dem Kopf, fügt mühselig einen Buchstaben nach dem anderen zu einem Call zusammen nur um dann geben zu dürfen „qso b4“. Wir befüllen täglich unser Onlinelog und  reagieren auf Emailanfragen im Stundenbereich um das Pileup nur ja flüssig abzuarbeiten. Und dann hält irgendeine Nase im Schnitt alle 10 Minuten die komplette Meute in EU und W (wie Gestern Abend auf 40m)  um ein Doppelqso zu fahren. Sorry aber auch das muß mal gesagt werden.

6W8 – der achte Tag

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Nach dem doch recht stressigen Wochenende wollten wir es am Montag ein wenig ruhiger angehen lassen und ein wenig Alternativprogramm machen. Wir besuchten eine nahegelegene „Hafenstadt“ (Originalton Francois). Ein wirklich einmaliges Erlebnis, Afrika ist wesentlich mehr als nur Ham-Radio in Le-Calao! Dieser Ausflug hat einen eigenen Eintrag verdient, den ich wohl im Flieger nach Hause aufsetzen werde.
Am frühen Nachmittag waren wir wieder tatendustig im Shack; die Post ging zunächst mal auf 17m ab. Ein Mega-Pileup dass wir an einem normalen Arbeitstag nicht erwartet hätten.  Matt sorgte weiterhin unermüdlich für 15m in SSB und erst ein Powercut stoppte uns gerade rechtzeitig zum Abendessen. Es gab wieder Fisch, wir ziehen den mittlerweile den Fleischgerichten vor, zur Abwechslung diesmal mit Reis.
Back in the shack habe ich mich dann dem bislang stark vernachlässigten Topband in cw gewidmet während Sven auf seinem IC-7000 auf 30m in der Luft war und Matthias 20m mit dem TS-870 machte. Erstmals drei Stationen ohne die Dunestar-Filter gleichzeitig in der Luft und keine Störungen, hatten wir bislang auch noch nicht.  Ich bin dann gegen 2300h in die Falle, Sven berichtete noch von herausragenden Bedingungen auf 40m. Eine weitere gute Nachricht: Wir haben (mit einem kleinen Bakschisch) endlich jemanden gefunden der uns am Abreisetag trotz des hohen muslimischen Feiertags zum Flieger bringt. Alles wird gut 😉

6W – der siebte Tag

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Es sollte  der Tag der WARC-Bänder werden und es begann damit, dass wir feststellten, dass wir die Square für 40m auch problemlos auf 30m anmatchen konnten. Dadurch ermutigt beschlossen wir das einfach auch auf 12m und 17m zu versuchen und siehe da: 17m lief hervorragend mit dem 20er und 12m  mit dem 10m Monobander. Die Anpassung klappte hervorragend mit den eingebauten Tunern der Transceiver; vermutlich schielten die Antennen ein wenig und das Rufzeichen diente auch als „Verstärker“  aber was soll’s: Der Andrang war unerwartet heftig, wir hatten teilweise Pileups in denen mehrmals der Operator wechselte und endgültig Ruhe gab es erst als die Bänder Abends schlossen.
Zusätzlich griff ich nach langer Zeit auch mal wieder zum Mikrofon und bearbeitete das 10m-Band bei einer schönen abendlichen Öffnung in Richtung Nord- und Südamerika. War sehr ungewohnt, hat mir aber auch großen Spaß gebracht.
Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz in den Clustern und auch aus zahlreichen Emails und Blogkommentaren. Nicht wenige haben uns auf bis bis zu sieben Bändern gearbeitet und sich  für unsere Aktivität bedankt.Wo Licht ist gibt es allerdings auch etwas Schatten: teilweise versteht man speziell in EU nicht dass wir auch mal exklusiv für andere Kontinente zur Verfügung stehen müssen. Der lange Weg nach JA öffnet sich hier  lediglich für knappe 2 Stunden täglich Morgens ab 0730 utc und deshalb war diese Zeit auch exklusiv für Japan reserviert.

6W – der sechste Tag

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Wir haben ja fürs Wochenende das Schlimmste befürchtet, es kam dann deutlich drängeliger als an den vorausgegangenen Arbeitstagen aber insgesamt noch durchaus beherrschbar. Vielleicht liegt es auch daran dass wir uns mittlerweile „mehr“ zutrauen. Meine Frühschicht auf 40 und 80 war eigentlich völlig normal, die Anzahl der Nachtschwärmer ist nur wenig höher gewesen als sonst. Ab 0715 utc habe ich dann den K3 an den 20m-Beam gehängt um auf dem langen Pfad JA zu erreichen. Gewarnt durch meine negativen Erfahrungen der letzten Tage begann ich gleich im Split-Mode und das war auch gut so.  Es begann zögerlich, steigerte sich rasch und war dann gegen 0800utc ein Megapileup, das wir in dieser Form noch nicht erlebt hatten. Die JA’s fächerten sich bereitwillig auf 6 KHz auf und immer noch half nur das 250er Filter weiter. Sven hatte zwischenzeitlich übernommen und war hochkonzentriert zugange; der lange Weg stand nur für weniger als 2 Stunden zur Verfügung und in dieser Zeit konnten knappe 300 Verbindungen ins Log gebracht werden.
Matt beackerte parallel sehr erfolgreich 15m/20m und ich übernahm kurz vor Mittag den K3 für einen 10m-Versuch. Wie üblich schien das Band tot zu sein doch nach einigen Rufen kam ein nettes kleines Pileup in Richtung EU zustande. Alles lief sehr diszipliniert ab und entsprechend hoch war die QSO-Ausbeute.  Danach ging es gleitend in Richtung Nord/Südamerika, das Band war weit offen und es machte tierisch Spaß.
Abend entdeckten wir dann dank eines Anschubsers von DL2FCB (Danke Thomas!) dass wir unser 40m-Array durchaus auch für 30m nutzen konnten, davon wurde Abends noch ausgiebig Gebrauch gemacht und ich kann jetzt schon versprechen dass wir auch die nächsten 3 Abende dort auftauchen werden.
Unser Gastgeber Francois hatte Geburtstag und wir haben ihn zum Essen eingeladen; es gab die üblichen „Spagetti a la Sven“ und als Nachtisch. Während ich danach noch auf 30m rumturnte sorgte der Rest der Crew dafür, dass die Whiskeyflasche endlich leer wurde; schließlich rückt der Heimflug allmählich näher.

6W – der fünfte Tag

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Amateurfunktechnisch war es Gestern eher ruhig und verhalten. Die Bedingungen waren mäßig, in cw ging auf allen Bändern einiges aber Matt hatte Probleme sich in ssb Gehör zu verschaffen. Er ging deshalb, wie auch Sven, früher als üblich in die Falle; ich habe noch ein wenig 40m gemacht aber auch nur bis 2300h ausgehalten.
Der Tag war extrem heiß, wir hatten bis zu 38c, dazu wehte ein staubtrockener Wind aus NO, ein Wüstenwind wie man uns erklärte. Man muß sich das in etwa so vorstellen dass einem jemand mit einem leistungsfähigen Föhn direkt ins Gesicht bläst.
Nachdem sowieso kein Strom da war machten wir einen ausgiebigen Spaziergang durch’s Örtchen bis ans Meer und kamen völlig ausgetrocknet wieder heim. Die Hitze macht uns echt zu schaffen. allmählich sehnen wir uns nach bayrischem Frost- und Schmuddelwetter.
Besonders schlimm sind die Nächte. Gottseidank fällt da nie der Strom aus sodass der Deckenventilator zumindest ein wenig hilft, trotzdem schwitze ich im Schlaf, das Kopfkissen ist nass dort wo ich gelegen bin, das ist ekelhaft. Ein echter Segen ist die Aussendusche , das Wasser ist zwar nur kalt aber eigentlich immer noch zu warm 😉

6W – der vierte Tag

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Ich beginne wie immer gegen 0330h auf 40/80/160m und gehe nach dem Morgenrot zum Duschen an den Pool. Danach der übliche Stromausfall aber wir haben ja auch Gas zum Kaffeekochen. Der Tag plätschert dahin bis gegen Nachmittag urplötzlich eine Superöffnung auf 10m in Richtung W auftaucht. Es ist unglaublich wie diszipliniert das alles abläuft, ich (cw) wechsele mich mit Mat (SSB) am K3 ab und wir arbeiten 2 Stunden lang einen W nach dem anderen. Sven beackert derweilen 15m in SSB und hat ebenfalls Schweiß auf der Stirn; bei 34c Shacktemperatur geht das pipiwarme Tafelwasser weg wie Butter an der Sonne. Wir beenden den TAg mit einer kleinen Gruppenvorführung vor der Webcam 😉

Was uns besonders freut sind viele sponaten Dankanrufe und entsprechende Mails, ein  W hat uns bereits auf 10,15,20,40,80m erischt und ist sichtlich gerührt.

Amateurfunk kann richtig Spass machen, wir erreichen heute die 5000er Marke. Selbst die Stromausfälle trüben das Bild kein bißchen sondern wirken afrikanisch stressverhütend.

6W – Zum Diner ins „Le N’diambour“

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Heute wollten wir es wagen, die Zeit der Akklimatisierung ist vorbei und unsere Mägen sind ja mittlerweile auf Afrika eingenordet. Auf geht’s zum gemeinsamen Candlelightdiner ins „Le N’diambour“. Richtig, der geneigte Leser erinnert sich: Es handelt sich um das erste Haus am Platze und wir hatten uns von dort neulich schon mal ein Abendessen anliefern lassen.
Gegen 1900 machen wir uns auf den Weg, Strassenlampen gibts hier keine dafür aber reichlich Schlaglöcher auf der Sandstrasse. Nachts wird hier immer der direkt an der Strasse gelagerte Abfall verbrannt; praktische Sache, sieht abenteuerlich aus, riecht auch so aber schont  unsere Taschenlampenbatterien.
Wir kommen im Restaurant an, sehr schlichtes Gebäude aber egal; Hauptsache die können kochen. Einer der zahlreich Anwesenden weist uns einen Tisch zu, dieser wird  unverzüglich, professionell und sorgfältig von dutzenden kleiner schwarzer Käfer gereinigt, die hier rumkrabbeln. Sehen ein wenig wie Wanzen aus aber das täuscht vermutlich…
Wir bestellen aus Francois mitgebrachter Spezialübersetzungsspeisekarte 2 x Fleisch und 1 x (Affen)fisch, eine lokale Spezialität. Plötzlich geht (zum wievielten Mal eigentlich?) wieder mal das Licht aus, die Einheimischen kennen das (wir ja auch) und man reagiert weltmännisch gelassen. Wir schalten die Taschenlampen an die sofort von den restlichen, am Tisch verbliebenen Käfern angesteuert werden; einige krabbeln aus meiner Stoff(!)-Serviette; wie praktisch, ich hätte sonst vielleicht übersehen…
Im Hinterhof läuft rumpelnd der Generator an das Licht kommt und es kann weitergekocht werden. Am Nebentisch besucht eine Frau die Toilette und lässt sich dazu vom Personal eine Taschenlampe geben; insgeheim bin ich froh nicht dorthin zu müssen.
Das Essen wird serviert, ich bekomme zunächst mal den panierten Affenfisch statt meines ebenfalls panierten Fleischs und bemerke meinen Irrtum erst nach dem dritten Bissen; kein Problem, wir tauschen einfach. Das Fleisch entpuppt sich als unangenehm zäh, ein Zeichen für höchste Qualität wie wir mittlerweile gelernt haben. „Gut abgehangen“ ist wegen der hohen Temperaturen nicht möglich, das Fleisch muß noch am selben Tag verzehrt werden und ist daher zäh.
Wir bezahlen €15.- für die reichhaltigen Speisen und Getränke, treten noch ein paar Käfer tot und den Heimweg an. Totenstille, lediglich ein einsamer Generator summt brummend und spuckend dagegen an. In der Ferne hören wir die Schakale heulen und der Sternenhimmel ist wie Samt und  von unglaublicher Schönheit. Ich weiß, es klingt ziemlich abgedreht aber irgendwie ist es  schön hier.

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