2013 – Ich denk, es war ein gutes Jahr …

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Schon komisch, gerade erst angefangen und schon liegt es in den letzten Zügen, das Jahr 2013; Zeit für (m)ein kleines Funk-Resümee:

Rein DX-technisch lief es für mich sehr gut. Die Experten nörgeln zwar dass das Sonnenfleckenmaximum eher mäßig und unterentwickelt war, trotzdem bin ich mit meinen „newones“ mehr als zufrieden. Mit 3C0E, 9U4U, 3D2C, TX5K, TO2TT, HP0INT, 5W0M, K9W und 5J0R, um nur einige der großen Aktivitäten 2013 zu nennen, hat sich mein DXCC Länderstand zwischenzeitlich knapp unter die 250er Marke geschoben. Die ganz seltenen Vögel zu erwischen war nicht immer einfach, speziell TX5K und K9W waren schon sehr dicht umlagert und mit meinen relativ bescheidenen Mitteln war ich froh zumindest auf einem Band gehört zu werden. Gerade bei diesen Aktivitäten erreichte auch der Auftritt des Chors der Störer, Cops und Spaßverderber seinen vorläufigen Höhepunkt. Es ist wirklich bitter diesem Verfall der Sitten zuhören zu müssen, ob sich das wohl noch jemals ändern wird?

In Sachen Contest habe 2013 mein persönliches Ziel „Frequent Contester des BCC“ erreicht. 5 Mio Punkte für den Bavarian Contest Club wären nötig gewesen,  am Ende kamen mit 10.7 Mio Punkten ein für mich tolles Ergebnis heraus. Das ist schon sehr erstaunlich, vor meiner „Kinder- und Karrierepause“ konnte ich mich für die Contesterei absolut nicht erwärmen, mittlerweile plane ich meine Urlaube streng nach dem BCC-Jahreskalender 🙂 Gerade im Team macht die Contesterei großen Spaß: Man trifft neue Leute, kann Kontakte knüpfen, sich den einen oder anderen Trick abschauen und nebenbei wird man über das Neueste in Sachen Funk informiert; ich möchte das alles nicht mehr missen und freue mich schon auf die neue Saison.

Auch antennentechnisch hat sich einiges getan: Die Doublet, bisher als Allbandantenne (10-40m) genutzt wurde ein wenig verlängert und bedient nun nur noch 30/40/80m, eine Cushcraft R5 auf dem Dach deckt mittlerweile die DX-Bänder ab. Der Umbau hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Im DX-Geschäft höre ich mit der Vertical  besser und bin wohl auch ein wenig lauter aufzunehmen; die verlängerte Doublet sorgt  zumindest im EU-Verkehr für ein deutlich stärkeres 80m-Signal; ein 4. Platz im DTC sowie einige seltene Vögel auf 80m (FM, J8, FJ, A9, Z8) zeigen, dass man auch mit bescheidenen Antenn(ch)en für die eine oder andere Überraschung gut ist. Speziell an den Contestergebnissen kann man auch kleine Verbesserungen an der Technik zuverlässig ablesen, es lohnt sich daher zu tüfteln und die Station weiterzuentwickeln.

Schwer begeistert hat mich das „Magic band“. Hier war ja 2013 meine erste Saison und es hat wirklich großen Spaß gemacht auf 6m-Öffnungen zu lauern. Selbst mit meiner fest ausgerichteten HB9CV knapp 2m über Schornstein konnte ich ein wenig mitspielen und hatte es am Saisonende auf immerhin 32 bestätigte Länder auf meinem Konto.  Mittlerweile liegt eine 5-Element Yogi im Keller, die ich 2014 wohl mal versuchsweise in Betrieb nehmen werde; auch eine /p-Aktivität irgendwo im Ausland würde mich reizen, mal sehen wohin die Reise mit dem Funkomobil geht.

Was Dxpeditionen anbelangt habe ich 2013 eine schöpferische Pause eingelegt.  Die ursprünglich geplante Teilnahme an 3DA0ET hatte sich zerschlagen und es war dann auch zu spät noch Alternativen zu suchen. Schau’n wir mal was 2014 bringt, in den Fingern juckt es mich jedenfalls schon sehr stark.

Bleibt nur noch allen Mitlesern hier noch ein paar ruhige Tage, einen guten Rutsch und alle erdenklich Gute im neuen Jahr zu wünschen !

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WAG 2013: Sind Conteste seniorentauglich?

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Sonntag der 20. Oktober gegen 16.58h: Eines der schönsten Herbstwochenenden dieses Jahres  geht zuende, draußen scheint noch die Sonne und  es ist ungewöhnlich mild für diese Jahreszeit. Die beste YL von allen verbringt den Nachmittag zusammen mit Tocher, Schwiegersohn und den beiden Hunden an der schönen Isar. Ich sitze hier in der heimischen Bude und funke. Präzise gesagt tue ich das schon seit gestern Nachmittag, exakt 17.00h und habe seither nur für kümmerliche 2,5 Stunden Nachtruhe, ein paar Minuten hektischer Nahrungsaufnahme sowie einiger Gänge zum kleinsten Raum unseres Häuschens unterbrochen. Ich bin eben Funkamateur mit einem Faible für den Wettbewerb, auch Contest genannt.

Es läuft der WAG 2013; im letzten Jahr hatte ich mir schon viel für diesen Wettbewerb vorgenommen, leider gab es technische Probleme mit meinem Hexbeam und ich musste mich deshalb mit Behelfsantennen begnügen. Dieses Jahr soll nun alles besser werden, mit der Doublet (2x16m) sowie Andys R5 wollte ich zu Hause die knappen 1000 Qsos vom letzten Jahr toppen  und noch ein paar mehr drauflegen.

Ich fühle mich schon lange nicht mehr gut. Die ewige Sitzerei peinigt den alternden Rücken und darum fahre ich schon seit geraumer Zeit die eine oder andere Verbindung im Stehen. Prinzipiell eine sehr gute Idee, wenn nur das ebenfalls alternde und daher auf ausgefeilte optische Hilfsmittel angewiesene Auge im Stehen noch den Bildschirm lesen könnte… Hilfreich wäre ein Senioren-Contest-Stehpult oder gar einer dieser tollen höhenverstellbaren Schreibtische, die man uns im qrl zur Verfügung stellt. Kater Nico steht derweilen etwa abseits vom Funk-Aktivitätszentrum meines Schreibtisches und leckt in Ruhe meinen leeren Joghurtbecher aus. Was er im Moment über mich denkt möchte ich lieber nicht wissen …

nico

Mit exakt 1276 Verbindungen schliesse ich bereits um 16.:59:05 genervt das Log. Was für ein Blödsinn, was bringt einen Mann in meinem gesetzten Alter dazu sich freiwillig dieser Tortur zu unterziehen? Altersbedingt wäre doch viel eher ein gewisser Hang zum Gourmet angesagt: Qualität statt Quantität sollte meine Devise lauten. Allenfalls leichte Kurzconteste aber besser noch völliger Contestverzicht; stattdessen ein wenig Ragchewing oder gar interessante Dxpeditionskost in appetitlichen Häppchen. Das war ganz sicher mein letzter 24-Stunden-Wettbewerb.

All diese Dinge gehen mir durch den Kopf als ich müde die Treppe runterstolpere um mich ein wenig in den Garten zu setzen. Die Sonne verabschiedet sich gerade, die Vögel pfeifen mir völlig unverständlichen Zeichen, mein Tinnitus leider auch.

Die beste Ehefrau von allen kommt gerade vom Spaziergang nach Hause, bedenkt mich mit diesem mir wohlbekannten mitleidig nachsichtigem Blick und fragt ob ich denn meine gesteckten Ziele auch habe erreichen können. Ich bleibe die Antwort schuldig, erkläre aber voller Inbrunst dass das heute ganz sicher mein letzter Wettbewerb war; auch der auf diese völlig überraschende Aussage folgende Blick ist mir wohlbekannt …

Schon kurz nach Beginn des abendlichen Tatorts (er ist echt schlecht) übermannt mich die Müdigkeit und ich verabschiede mich ins Bett. Es folgt ein nahezu unterbrechungsfreier 10 ständiger Schlaf, welch ein herrlicher Luxus.

Montag, der 21. Oktober gegen 07.00h: Ausgeruht und nur noch leicht verschlafen sitze ich auf der Bettkante: Das war doch eine tolle Sache gestern. Ich bin echt stolz auf mein Ergebnis,  konnte mich ja doch deutlich steigern und es hat super Spaß gemacht. Die Contesterei hält einen eben jung, wie lange ist eigentlich noch Zeit bis zum CQ WW CW ?

1st „Kicks on Six“ 2013

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Ein paar Betriebserfahrungen habe ich schon sammeln können nachdem sich tatsächlich pünktlich zum Wonnemonat die für Überreichweiten nötigen Es-Wolken nahezu täglich einstellen. Eines kann ich jetzt schon vorwegnehmen, 6 Meter macht richtig Spaß!

 Zunächst zur Technik: Der TS-2000 schlug sich wacker, trotzdem hängt die 6m-Antenne mittlerweile am 2ten Antenneneingang des K3. Der Grund dafür ist eigentlich einleuchtend, da hätte ich durchaus auch vorher draufkommen können: Der Panadapter P3 bringt bei der täglichen Bandbeobachtung deutliche Vorteile: Auf 50.095 MHz zentriert und mit einer Spannweite von +/- 7.5 kHz  habe ich den kompletten cw-Teil des Bandes im Blick und bin entsprechend gut informiert wenn’s denn nun mal los geht.  

So war das auch Gestern am frühen Abend, als „von gleich auf jetzt“ plötzlich jede Menge Signale im überwachten Segment zu sehen waren: Die erste großflächige Es-Öffnung des Jahres 2013! Richtung Norden (EI, GW, GM, G, SM, LA) und ebenfalls nach Süden (IT9, IS, EA, EA6), die qsos purzelten nur so in’s Log. Besonders gefreut hat mich, dass trotz meiner wohl eher suboptimalen HB9CV in der Regel gleich der erste Anruf zum Erfolg führte. EA6BB war der Star des frühen Abends, sein Signal (599+30) wurde von keinem anderen getoppt. Tnx newone Kepa!   

Es war sogar noch Zeit für einen A/B-Vergleich des K3 mit dem TS-2000: Mag sein dass der Kalifornier rein meßtechnisch etwas unempfindlicher ist, meine Ohren haben allerdings nur einen minimalen Unterschied festgestellt, der von dem Vorhandensein des Panadapters  und der deutlich überlegenen Noisereduction mehr als aufgewogen wird.

Schaun wir mal, die Saison hat ja gerade erst angefangen und ich werde sie nutzen um ein wenig Know How auf diesem Band zu sammeln. Verbesserungspotential bietet wohl in erster Linie  die Antenne und deren Höhe über Dach aber da fällt mir bis zur Saison 2014 sicherlich noch etwas ein.

Umbau im Shack

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Ich habe mir fest vorgenommen 2013 endlich mal meine seit Jahren eingeplanten 6m-Aktivitäten zu beginnen. Schon auf der letzten HAM-Radio wurde eine HB9CV für das Magic Band angeschafft und sobald das Dach wieder vom Schnee befreit ist möchte ich die dann unter der X-50 platziert in die Luft hängen.

Auch die Sache mit dem Trx war nicht ganz einfach: Der K3 scheint ja ohne VV für 6m prinzipbedingt ein wenig hörbehindert zu sein. Eigentlich kein Problem, bei den genialen Patchmöglichkeiten des Amerikaners  kann ich jederzeit einen Vorverstärker in den RX-Zweig einpatchen, der dann auch nur bei 6m-Betrieb zugeschaltet wird. Dummerweise hängt da aber schon mein Perseus, der mir zusammen mit dem Skimmer bei der Suche nach DX behilflich ist.

Irgendwann reifte die Idee es doch mal mit einem Trx zu versuchen, der VHF/UHF/6m bedient; ich landete beim Icom 9100 und empfand ihn (bis auf den Preis) zunächst mal als geeignet. Mehr aus Zufall bin ich dann über den schon etwas betagten Kenwood TS-2000 gestolpert, der ja, verglichen mit dem Icom, geradezu zum Schnäppchenpreis angeboten wird. Der Rx auf 6m/2m/70cm wird als brauchbar bezeichnet solange man nicht die DB6NT-Transverter als Referenz heranzieht; für KW plane ich ihn eh nicht einzusetzen.  Durch den 2ten RX kann ich die OV-Frequenz mitlaufen lassen während ich 6m beobachte, ausserdem bin ich mit dem TS-480 im Funkomobil auch recht zufrieden: Die Entscheidung war gefallen:

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Ein feines Teil das wirklich Spaß macht. Mit zwei externen Lautsprechern (einer für jeden RX) bestückt klingt die NF sehr gut, diese kleinen Brüllwürfel gibt es noch bei Dierking, eine echte Empfehlung! Der eingebaute CW-Keyer reagiert vom Timing her etwas merkwürdig, mich betrifft das aber seit der Umstellung auf Monopaddles nicht mehr. Einzig der eingebaute Lüfter tönt für meinen Geschmack schon ein wenig laut. Verglichen mit dem des K3, der schlicht unhörbar ist, nervt der Kenwood Quirl. Na ja, in cw habe ich eh Kopfhörer auf und beim FM-um-die-Ecke-Telefonieren müssen es keine 100W Ausgangsleistung sein.

Ausserdem gab es noch ein echtes Stück Fortschritt zu besichtigen, in meinem Shack quasi ein Novum: Ein echtes funktionsfähiges Standmikrofon, ein echt stylisches Accessoire 🙂

Keine Sorge, ich falle nicht vom cw-Glauben ab, es ist nur ganz praktisch auf der OV-Frequenz mal beide Hände zur Bedienung des PC’s zur Verfügung zu haben.

Das Shack ist jedenfalls jetzt bereit, die Antenne muß noch warten und dann gehts bald endlich auf 6m los.

CQ WW 160 in CW

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Die Idee an sich ist ja schon etwas älter: Im November 2010 war ich  zusammen mit Mat (DL5MFL) und Sven (DF9MV) als 6V7Z in Afrika. Die beiden machten mir lange Zähne mit ihren Erzählungen über eine vorzügliche 160m-Antenne auf dem Hügel von DK0IW, der Clubstation des OV C07. Lowbands faszinieren mich; nur 3 Jahre später sollte ich diese einzigartige Antenne mal selbst benutzen dürfen: Während des CQ WW 160 CW war keine OV-Aktivität geplant, auf meine Anfrage stellte man mir die Anlage zur Benutzung während des Contests zur Verfügung. Ham-Spirit gibt es noch, an dieser Stelle einen herzlichen Dank für die erwiesene Gastfreundschaft an den Ortsverband C07!

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Ein paar historische Details zu dieser Antenne:

Der Antennenmast ist 35m hoch und diente bis 1968 der Bundesanstalt für Flugsicherung als Bake für den Bereich der zivilen Luftfahrt (NDB, non directional beacon oder auch Kreisfunkfeuer) . Om Karl Hille (DL1VU) erfuhr von der Auflassung dieser Anlage, erkannte den Wert für unser Hobby und konnte die Verhandlungen zur vertraglichen Übernahme von Grundstück, Gebäude und Antenne für den Ortsverband C07  zum 1.4.1969 erfolgreich abschliessen. Es sollte noch sieben lange Jahre dauern bis die neue Clubstation am Walmbichl in Betrieb ging.

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Freitag 16.30h: Ich parke das Funkomobil am Fuße des Hügels und es beginnt der beschwerlichste Teil meines Unternehmens, 3 Pelicases mit Funkausrüstung sowie eine Alukiste mit Wasser und Verpflegung müssen hochgeschleppt werden und zwar ohne Materialseilbahn. Sieht auf den ersten Blick harmlos aus hatte es aber durchaus in sich. Ganz spontan  fällt mir  das alte chinesische Sprichwort der Antennenbauergilde ein: „No pain, no gain“

Nicht nur in Afrika sind Pelicases sinnvoll, auch unter winterlichen Bedingungen kann man sicher sein, dass der Inhalt trocken und geschützt bleibt was immer auch passiert. Speziell die PA (Gewicht incl. Case 35 kg) hätte schweißtreibend werden können wenn ich nicht eine Alternative gefunden hätte. Den glatten Deckel nach unten, einen Zurrgurt als Zughilfe und schon konnte ich das schwere Teil wie einen Schlitten hinter mir herziehen. Zusatznutzen: Durch das Gewicht entstand quasi ein geräumter Weg, der weitere Auf/Abstiege deutlich erleichterte.

Mat kam wie verabredet gegen 18.00h, erklärte mir einige Details  der Station und sah noch ein wenig beim Aufbau meines Equipments zu bevor er sich verabschiedete.

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Kurze Zeit später bin ich dann in der Luft und sofort stellt sich ein zufriedenes Grinsen ein: Die Mühe hat sich gelohnt! Sendemässig ist die Resonanz so gut wie perfekt, Abstimmung ist nicht nötig über den gesamten Bereich des Bandes. Auch hören kann ich ganz fantastisch, fast ein wenig zu gut aber das liegt nicht an der Antenne sondern an der Menge der Stationen, die sich an diesem Wochenende auf dem Band versammelt haben um gemeinsam das Lowband-Highlight des Jahres zu feiern: Da wird’s dann durchaus auch mal ein wenig lauter.  Auch sendeseitig zeigen einige Test-Qso’s vor dem Event, dass man mich laut und deutlich aufnehmen kann. Wenn ich diese Show vermassele wird’s für mich  für mich definitiv keine Entschuldigung geben; ausser vielleicht Murphy käme zu Besuch…

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Pünktlich um 22.00h utc beginne ich den diesjährigen „Kampf der Wagen und Gesänge“, das obligatorische Gerangel um die besten Plätze kann ich von hier oben mit der nötigen Gelassenheit verfolgen; sowohl die Antenne als auch die Expert erleichtern die nervenaufreibende erste Stunde ungemein. Ich bin fast ausnahmslos „running“ mit stetigem, nicht abreissenden  Zustrom von Anrufen unterwegs und so ganz allmählich erwärmt sich auch das Shack von anfänglich 3 Grad auf angenehme 19 Grad. Der frühe Morgen vergeht wie im Flug bis mich gegen 04.30h dann doch die Müdigkeit einholt, ein langer Tag im qrl und die Hochschlepperei verlangen ihren Tribut. Pünktlich um 06.00h bin ich wieder auf dem Band und erreiche noch vor der Greyline normale Betriebstemperatur.

Samstag Morgen gegen 08.30h beende ich meine erste Schicht und schliesse die Station um nach Hause zu fahren. Geplant ist ein wenig Schlaf und ein paar häusliche Verrichtungen. Anschliessend schnell noch ein paar Stunden Bettruhe ehe es wieder in Richtung Reichersbeuern geht, meine zweite Runde beginne ich Sonntag um 03.00h früh. Mich erwarten deutlich angehobenere  Bedingungen als noch am Vortag in Richtung Amerika. Die Zeit bis zum Schichtende gegen 09.00h vergeht wie im Flug.

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Letzter Arbeitsbeginn dann Sonntag um 16.00h des, Endspurt ist angesagt. Leider fällt JA für mich mangels Beteiligung aus, dafür finden einige UA9 den Weg ins Log. Die letzten Stunden ziehen sich ein wenig aber da muß man durch. Erst gegen 22.00h beschliesse ich die Aktivität eine Stunde zu früh zu beenden; Abbau, Abtransport und Rückfahrt nach Hause wollen auch noch bewältigt werden und das QRL am Montag lässt dann auch nicht mehr lange auf sich warten.

Im Log stehen 808 Qso’s, 54 DXCC’s und 30 Provinzen, in Summe ergibt das einen Score von 339.948 Punkten. Ich bin mit dem Erreichten zufrieden, gleichwohl gibt es natürlich wie immer Verbesserungspotential für das berühmte „nächste Mal“.

7P8D – Nachtrag

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Nachzureichen ist noch der claimed score für den CQ WW DX CW 2012

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Enttäuschend für uns das recht „dünne“  Log auf 40m, 80 und 160m waren so schlecht wie von den Locals prophezeit.  Wir waren pausenlos running unterwegs mit deutlich mehr Andrang als uns lieb war. Selbst der „kleine“  RIT-Splitbetrieb war schwierig,  die beste Methode war es dem Tumult so lange zuzuhören bis das erste Call komplett im Eingabefeld stand.  In diese Situation bekamen wir einmal mehr vor Augen geführt wie man einen seltenen Vogel zügig arbeiten kann: Nach einer Wartezeit von 3-5 Sekunden einmalig das Call gegeben und man hatte eine gute Chance schnell ins Log zu kommen. 

Angesichts der Tatsache, das wir so gerade eben mit dem Aufbau fertig wurden und keinerlei Aufwärmübungen stattfinden konnten war unser Auftritt durchaus achtbar wobei ein am Ende unserer Aktivität stattfindender CQ WW  natürlich für ein besseres Ergebnis gesorgt hätte.

Gegenüber dem 2011er Contest, den ich ja als m/m in Dänemark bestritten hatte, fehlen satte 4000 Verbindungen. Die Einheimischen hatten es schon immer gewusst, wir Eu’s wollten’s wieder mal nicht glauben: Contesten auf der Südhalbkugel ist schwierig. Die komplette nördliche Hemisphäre richtet nach West bzw. nach Ost aus, kein Mensch denkt an die Handvoll einsamer Telegrafisten in  Afrika, Neuseeland, Australien und Ozeanien.   

Aufgrund einiger Nachfragen noch eine Kostenbetrachtung dieser Aktivität: Der Flug schlug mit €800.- zu Buche, dazu kamen €600.- für Kost, Logis sowie ein wenig Handgeld, unter anderem zum Auslösen meiner Hochseeangel 🙂 

Mein besonderer Dank geht an Roger (ZS6RJ), der uns  mit Sack und Pack vom Flughafen abholte und dort auch wieder abgeliefert hat. Er ließ es sich nicht nehmen uns vor dem Rückflug noch ein typisches Stück Afrika in Form eines Wildreservats zu zeigen um so zumindest etwas Abwechslung in unseren  HAM-Alltag zu bringen.

Nissan 

Na ja, so ein wenig habe ich ihn in Verdacht nur dort hingefahren zu sein um mir, meine Schlangen-Phobie hinterlistig ausnutzend, so ein Monster um den Hals hängen zu können. Aber so weit kam es dann Gottseidank doch nicht.

7P8D – Mit dem Auto nach Lesotho

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Die Fahrt geht zunächst ins etwa 300 km entfernte Bloemfountain; dort holen wir bei Bernie (ZS4TX) die berühmte Battle-Creek ab. Die Strasse dorthin ist  gut ausgebaut und entspricht in etwa einer deutschen Bundesstraße. Kein Vergleich mit dem Senegal, man fühlt sich, vom Linksverkehr mal abgesehen fast wie in Europa. Weites Farmland, spärlich besiedelt und von der Sonne verbrannt, landschaftlich nicht besonders attraktiv aber das soll sich noch ändern.
Roger klärt uns über die Probleme dieses Landes auf. Sehr hohe Kriminalitätsrate, das Tragen einer Waffe zur Selbstverteidigung ist üblich, die Fahrzeuge haben seitlich eine Art Panzerglas um  Überfälle zu vermeiden, gefahren wird nur mit verriegelten Türen. In den Orten dominieren extrem geschützte Grundstücke. Mauern mit einbetonierten Glascherben, mit stromführenden Drähten, Infrarotanlagen und Hinweistafeln auf die Securityfirma, die das jeweilige Gebäude betreut. Das alles stimmt uns doch sehr nachdenklich, so schlimm hatten wir es uns nicht vorgestellt.


Herzlicher Empfang bei Bernie. Er hat sich schon im Internet ausführlich über uns informiert und verspricht uns einen Besuch in der nächsten Woche. Die Holzkiste mit der Vertikal wird gemeinsam auf den Dachgepäckträger gehievt und wir fahren weiter. Noch gute 100 Kilometer sind zurückzulegen, allmählich kommt das schroffe Bergmassiv der Drakenberge in Sicht und wir nähern uns der Grenze.
Grenzen in Afrika sind ja bekanntlich ein Thema für sich, man weiß nie wie lange es denn diesmal wohl dauern wird. In unserem Fall verlieren wir durch die langwierige Prozedur auf beiden Seiten etwa 2 Stunden, füllen Unmengen Formulare aus, beantworten Fragen, öffnen Koffer und Kartons und quatschen nebenbei mit einem „Anti-Smuggling-Spezialisten“ über den FC Bayern München. Man kann das Gesehene und Erlebte kaum niederschreiben, das muß man erlebt haben. Mittlerweile ist es stockdunkel und nach weiteren 40 Kilometern erreichen wir endlich den Roma Trading Post, unsere Heimat für die nächsten 10 Tage. Nach über 24 Stunden ohne ein vernünftiges Bett wollen wir eigentlich nur noch schlafen.

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