Maestro in da House (Teil 2)

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Ja, so hatte ich mir das eigentlich von Anfang an vorgestellt: Einfach nur Funken ohne nerviges „Einschlafen, Hängenbleiben oder gar Aussteigen“ irgendwelcher Programme oder Schnittstellen am PC. Es war schon eine schöne Wegstrecke, die ich bis zum Erreichen dieses Zustandes zurückgelegt hatte aber es hat sich dann schlussendlich doch gelohnt.

Diese Art des Betriebs eröffnet dem DXer neue Möglichkeiten: Man „sieht“ das jeweilige Band in seiner ganzen Schönheit und erkennt Bandöffnungen sofort; auf 6 Meter beispielsweise ein erheblicher Mehrwert der mir manch schöne Verbindung ins Log brachte noch bevor die Cluster für die Verbreitung der Frequenz und damit den üblichen Hickhack sorgten.

Ist ein Pileup  im Gange erkennt man schnell in welchem Bereich denn gerade gehört wird und seinen Anruf entsprechend platzieren. Das funktioniert ausbreitungstechnisch bedingt natürlich nicht auf allen Bändern, auf den Lowbands jedoch absolut zuverlässig. Mein Länderstand auf diesen Bändern verbesserte sich deshalb in kurzer Zeit auch signifikant.

Aber wo Licht ist gibt es bekanntlich auch Schatten: Mich störte das dauernde „Point&Click“, die Funkerei war plötzlich zu PC-lastig. Klar gewöhnt man sich daran beispielsweise das CW-Tempo mit der Maus und einem Schieberegler einzustellen doch ich vermisste einfach das „klassische“ Userinterface sehr.

Exakt zu diesem Zeitpunkt traf ein Paket aus der Lausitz ein, das ein lange bestelltes Zubehörteil für den 6500 enthielt, den legendären Maestro. Es gab wohl Probleme mit einem Bauteilezulieferer die dazu führten, dass über ein Jahr keine Lieferungen erfolgen konnten, sehr ärgerliche Geschichte.

Die Spannung war nach der langen Wartezeit natürlich entsprechend groß: Die Installation verlief flott und problemlos und das Gesamtwerk stellte sich nun so dar:

Der Maestro kommuniziert mit dem 6500 via LAN (Kabel oder WLAN, Unterschiede bei mir nicht feststellbar).

Funkbetrieb ist also auch ohne PC möglich solange man sich den klassischen Betriebsarten widmet und kein Logbuchprogramm benötigt. Eine wirkliche Klasse für sich ist nun die Bedienbarkeit, das Design der „Frontplatte“ ist wirklich perfekt gelungen.

  • 2 große VFO-Abstimmknöpfe, die Zuordnung (RX/TX) direkt darüber wählbar und farbig hinterleuchtet.
  • Pro VFO ein NF-Regler und ein Regler zur Filterbandbreite/Lage
  • Ein weiterer Regler für CW-Geschwindigkeit (bei SSB Mikrofonvorverstärkung) und Ausgangsleistung.
  • Ein paar (ebenfalls beleuchtete) Taster sowie 3 (6) frei belegbare F-Tasten.
  • Mehr als 50% der Fläche nimmt das sensitive LCD-Panel ein.

Aus meiner Sicht (und wohl auch aus der vieler Senioren) ist Flexradio bei der Bedienung ein ganz großer Wurf gelungen, vom PC aus wurde der 6500 seither nie mehr betrieben. Reduzierung der Bedienelemente auf das wirklich Notwendige, große und wertige Knöpfe, wenige beleuchtete Tasten.

Das Display ist ebenfalls sehr gut gelungen. Das Menu für die vielen Einstellmöglichkeiten ist intuitiv erreichbar und aufgrund der Displaygröße natürlich deutlich „ausführlicher“ Ebenso schnell sind hier Band/Betriebsartenwechsel und Frequenzeingaben über eine Telefontastatur respektabler Größe möglich.

Der Maestro mißt etwa 36 x 17 cm und ist nur 4 cm tief. Der Aufstellwinkel aus Metall ist perfekt für gute Ablesbarkeit und durch die geringe Tiefe ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Aufstellung . In meinem Shack steht der Maestro links von der Tastatur in einem Winkel von etwa 45 Grad. Optimal ablesbar, mit der linken Hand perfekt bedienbar ohne sich vorbeugen zu müssen und durch die geringe Tiefe nicht störend auf dem Stationstisch. Hinten gehen zwei dünne Kabel weg, Stromversorgung und LAN, die werden durch ein Loch im Tisch nach unten geführt. An der rechten Seite die Morsetaste, perfekte Ergonomie ohne große Klimmzüge.

Ich habe die oben beschriebene Combo mittlerweile in einigen Contesten getestet und bin sehr zufrieden. Mein Fazit:

  • Der rx ist ist klasse, im A/B-Vergleich mit meinem K3 kann ich jedoch keine signifikanten Unterschiede feststellen. Beide Empfänger spielen sicherlich in der höchsten Liga. Ich werde demnächst den K3 auf das neue Frontend umrüsten und dann nochmals vergleichen.
  • Das Bedienkonzept ohne Maestro (also mit PC) ist gewöhnungsbedürftig. Man kann sich sicherlich daran gewöhnen, für mich war es jedoch an bestimmten Stellen einfach suboptimal.
  • Das Bedienkonzept mit Maestro ist wirklich außergewöhnlich gut gelungen, hier werden neue Maßstäbe gesetzt.
  • Die Shackintegration (Bandpässe, Endstufen, Tuner, Antennenumschalter, etc) ist mit den USB-Anschlüssen des Flex einzigartig. Einfacher geht es nicht, ein dickes Plus!

Ein paar Bemerkungen zum Thema Remotebetrieb. die Kollegen in W sind über dieses Feature ja regelrecht verzückt. Ich kann das allerdings nicht so recht nachvollziehen. Zum Funken habe ich mein Shack und dabei wird es wohl auch bleiben. Die Vorteile des „Terrassen- oder Esszimmerfunks“ erschliessen sich mir nicht. Vielleicht mal im Sommer zur Bandbeobachtung 6m, aber sonst ?

Ich habe es trotzdem getestet. Maestro via WLAN verbunden, Taste und Kopfhörer am Maestro angesteckt. Hören geht wunderbar, habe keine Unterschiede ausmachen können. Geht man auf Sendung so nervt ein Mithörton, den ich so schlecht lange nirgends mehr gehört habe. Aber gut, man kann damit ohne lags und sonstige Behinderungen cw machen. Ein weiterer Test via UMTS-Stick im Auto funktionierte ebenfalls problemlos. Ich habe meine diesbezüglichen Versuche dann mangels Interesse eingestellt.

In Summe ein wirklich tolles und innovatives Gerät, incl. Maestro allerdings schon fast auf dem Niveau eines TS990, kein ganz preiswertes Vergnügen. Ein wenig verunsichert bin ich allerdings ob einiger Entwicklungspannen, sei es mit dem Maestro oder auch den mittlerweile nicht mehr ganz einfach zu beschaffenden Lüfter im Trx. Hier hat Elecraft ganz klar die Nase vorn.

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Maestro in da House (Teil 1)

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Fast 3 Jahr ist es nun schon her dass ich mich entschloss noch kurz vor dem Erreichen der Altersdemenzschwelle auf den Flexradio-Zug aufzuspringen. Soviel sei vorweggenommen, es waren reichlich spannende 3 Jahre.

Ich hatte es ja ohne Not getan, einfach nur aus „Lust an Neuem“. Mein K3 machte und macht einen Spitzenjob und ist, ja wie man mittlerweile weiß sogar mit neuester Technik aufrüstbar und aus dem Dxpeditionsgeschäft nicht mehr wegzudenken.

Der Anfang war schon recht dornig, da gibt es nichts zu beschönigen. Das Verdrosseln aller möglichen Ein und Ausgangskabel kannte ich bislang nur vom Hörensagen, der 6500er spielte erst dann fehlerfrei als ich gefühlte 3 Kilo Ferrit in den Kabelwust eingearbeitet hatte. Seither ist allerdings Ruhe im Karton, die im Reflektor gepriesene gemeinsame Erdung aller Komponenten an eine zentrale Schiene stellte sich dann zum Glück als nicht mehr notwendig heraus.

Dann kam die PC-Installation: Wem PC-Schnittstellen bislang nur nach ihrem Aussehen geläufig waren entwickelte sich in kurzer Zeit zum Kenner dieser Materie. Wie finde ich sie, wie halte ich sie auseinander und wie verhindere ich dass sie scheinbar willkürlich ihre Zuordnung verändern. Quasi als Sahnehäubchen obendrauf kam dann noch unerwartetes Verhalten nach Softwareupdates und von denen gab es deutlich mehr als mir lieb war.

Ich lernte schnell die Notwendigkeit der eindeutigen Beschriftung von Kabeln und der Dokumentation der PC-Rückseite mithilfe aussagekräftiger Fotos. Auch die Gesamtverkabelung der Station (PC, 6500, PA) wurde in dieser Zeit verschriftlicht und akribisch auf Stand gehalten. Bislang war ich nicht unbedingt als der große Dokumentator bekannt, Flexradio änderte das …

Weiter ging es mit dem PC selbst. Sollte schon mal keine alte Gurke sein und eine halbwegs aktuelle Grafikkarte besitzen. Darüber hinaus empfahl es sich nicht, permanent irgendwelche mehr oder minder hilfreiche Software, womöglich aus dubiosen Quellen nachzuinstallieren. Dabei half mir die Tatsache, dass ich im privaten Bereich schon seit längerer Zeit auf einen Mac umgestiegen war; Windows war daher nur noch für das Hobby AFU im Einsatz

  • Die komplette Flex-Software
  • Das Progrämmchen zur Fernbedienung der PA
  • Ein Logprogramm für jeden Tag (UCX)
  • eins für Conteste (N1MM+)
  • einen Internet-Browser
  • einen PDF-Reader
  • sonst nichts …

Um den Funkbetrieb nur ja nicht zu gefährden fuhr ich sogar eine 2-Platten-Strategie: Vor allen Softwareupdates habe ich zunächst die aktuelle Platte geclont und das Duplikat in den Schrank gelegt. Dann kam der Update und falls unerwartete Probleme auftauchten konnte ich durch simplen Plattentausch mit der alten Version weiterfunken bis die Probleme der neun Version gefixt waren.

Auch wenn das jetzt alles ein wenig negativ klingt: Es war eine sehr spannende Zeit und vor allem merkte man tatsächlich bei jedem Versionsupdate eine kleine Verbesserung des Gesamtwerks, der Weg ging also in die richtige Richtung.

Der nächste Meilenstein für mich war dann die Unterstützung dieser „komischen“ USB-Ports am 6500. Bislang waren die nämlich schlicht funktionslos und sollten jetzt plötzlich der direkten Kopplung von Endstufen, Tunern, Antennenumschaltern etc mithilfe von USB/Serialwandlern dienen. Wohl eingedenk der Probleme, die Elecraft mit verschiedenen Wandlern hatte gab Flex verbindliche Empfehlungen ab welcher Typ einsetzbar ist und siehe da: Sowohl die PA als auch der Bolli-Tuner funktionierten von Anfang an mühelos und fehlerfrei.

Es war ein Segen: Die PC-Schnittstellen reduzierten sich über Nacht auf lächerliche 2 USB-Ports: Den Abstimmknopf (Flexcontrol) und die Fernbedienung der PA: Ihre Frequenzinfos erhält diese direkt vom 6500 aber on/off, standby/operate und low/middle/high wird über das Fernbedienungsfensterchen eingestellt und schon kann ich das lärmende Teil ein wenig abseits stellen.

Mit dem Erscheinen  der SmartSDR V2.0 wagte ich mich endlich auch an das Update auf Windows 10, wenn schon Sprung ins kalte Wasser dann aber komplett und auch mit neuem Betriebssystem; es ging tatsächlich unerwartet problemlos und ich habe den Schritt nicht bereut.

(Ende Teil 1, wird in Kürze fortgesetzt)

Aufbruch in die neue Welt der kurzen Wellen

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Das Thema SDR lockte mich schon seit Anschaffung des Panoramaempfängers P3 für meinen K3; die Möglichkeit das gerade genutzte Band oder zumindest einen relevanten Teil davon vor sich sehen zu können faszinierte mich, selbst wenn das Display als solches nicht besonders groß war.
Es ist so als ob ein riesiger Raum, den man bislang nur mit einer klitzekleinen Taschenlampe durchsuchen konnte, plötzlich mit Deckenflutern ausgestattet ist. Eine neue Dimension öffnet sich, man sucht nicht mehr sondern sieht plötzlich die Signale vor sich, kann alles untersuchen und erfährt so sehr schnell was denn in diesem Raum (pardon, auf diesem Band) so alles los ist.
Mit dem P3 bekam ich eine Ahnung welche Möglichkeiten sich eröffnen, ich lernte allerdings auch wie schnell man sich an an das „Sehen“ des Bandes gewöhnen kann. Schnell mal einen freien Slot im Contestgetümmel finden, Betrachtung eines stark splatterndes Signals, 6m-Überwachung; all das geht plötzlich spielerisch leicht von der Hand.
Nun bin ich ja nur in cw qrv und gerade diese Betriebsart hatte ja anfangs gehörige Probleme im Hinblick auf Verzögerungen beim Hören und wohl auch Geben der eigenen Zeichen. Für mich nicht akzeptabel, in dieser Hinsicht bin ich „CW-Feinschmecker“ und wollte auf keinen Fall Kompromisse eingehen.
Bei der Neuankündigung der Flex Signature Serie sollte dieses Thema der Vergangenheit angehören, wurde aber trotzdem von der CW-Gemeinde eher skeptisch betrachtet. Nichts hält sich so lange wie ein gut gepflegtes Vorurteil. Als als ich als op beim CQ WW CW 2013 an DD1A-Team einen Flex-Signature-Besitzer in Gestalt von Thomas (DK1EY) persönlich kennenlernen durfte zerstreuten sich meine Bedenken. Thomas beschäftigte sich schon länger mit seinem 6300, war des Lobes voll und bot mir an seinen TRX mal remote zu testen ehe ich mir einen eigenen kaufe.
Soweit kam es dann nicht, seine ausführlichen Erläuterungen haben dann ausgereicht. Wochen später, die Entscheidung 63/65/67 war nicht ganz einfach, klingelte der Paketbote und ein flammneuer Flexradio 6500 zog ins heimische Shack ein.

DJ3CQ goes Flexradio, Neues vom (fast) Berufsfunker

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Ziemlich genau zwei Jahre hat sich hier nichts mehr getan, die Gründe dafür waren teils nachvollziehbar, teils hausgemacht:

Die Rente warf ihre Schatten voraus, es galt für die von mir ausgefüllte Position im Beruf  passende Nachfolger zu finden, diese den Anforderungen entsprechend einzuphasen und nach und nach zu ertüchtigen. Das hat geklappt, ich bin jetzt völlig entbehrlich und das ist gut so! Am 21.2.2017 beginnt mein letzter Arbeitstag, danach kann ich mich in vollem Umfang den „schönen Dingen des Lebens“ widmen. Für Alle, die das noch vor sich haben: Freut Euch drauf, das ist ein wirklich tolles Gefühl 🙂

Auch amateurfunkmäßig hat sich ein größerer Umbruch ergeben. Mein Contestkumpel Thomas (DK1EY) hat mich so ganz nebenbei auf eine neue Fährte gebracht, die spannend aber halt auch sehr zeitaufwändig war. Man glaubt ja gar nicht wieviele Klippen auf dem Weg hin zu einer funktionsfähigen SDR-Station mit allem Drumherum (Ansteuerung PA, Ansteuerung Logprogramm(e), Antennenumschaltung) lauern. Mittlerweile habe ich es tatsächlich geschafft, bin absolut begeistert und nachdem die eine oder andere Anfrage nach dieser Art von Station bei mir aufschlägt habe ich mir vorgenommen dem Thema hier eine eigene Rubrik (SDR) zu widmen, in der ich in loser Folge den Aufbau, die gemachten Erfahrungen, die Unterschiede im Betrieb und schlußendlich die sich im Alltag ergebenden Vorteile beschreibe.

 

K1N – Fluch der Karibik?

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Die Schlacht ist so gut wie geschlagen, das Großereignis 2015 neigt sich dem Ende zu. Navassa, eine kleine Guano-Insel in der Karibik mit großer Vergangenheit wurde erstmals nach 23-jähriger Funkabstinenz unter dem Call K1N in den Äther gebracht.
Für Insider stand das Chaos schon vorher fest, schliesslich taucht Navassa in allen Most-Wanted-Listen als Nr.2 hinter dem Dauerbrenner Nordkorea auf. Trotzdem wurden die hohen Erwartungen noch weit übertroffen: TX5K, FT4TA, EP6T, Großereignisse in jüngster Vergangenheit, verblassten vor den epochalen Pileups denen sich 17 amerikanische Funker in einem alten Leuchtturm mutig entgegenstellten. Die Amateurfunkwelt stand Schlange, man verteilte sich willig nahezu über das gesamte Band, rief stunden- und tagelang, wartete, bangte und hoffte inständig auf den finalen Erfolg – den erlösenden Aufruf des eigenen Calls.

Es war ein wahrlich rauschendes HAM-Fest, leider allerdings auch mit den üblichen negativen Begleitumständen. Alle Cops dieser Welt gaben sich ein Stelldichein; ihre gellenden Trillerpfeifen wurden dezent untermalt vom omnipräsenten Chor der Up-Rufer und den kurzweiligen Einlagen der Psychopathen und Geräuschimitatoren. Für mich fast enttäuschend die geringe Anzahl der sonst üblichen Piraten: Entweder  hing das mit dem Fluch der Karibik zusammen oder sie fanden schlicht kein freies Plätzchen mehr im Chaos auf den Bändern 🙂

 

ein paar einsame Rufer auf 80m

ein paar einsame Rufer auf 80m

 

Vielen ist dabei zurecht das Lachen vergangen: Die Aussenwirkung, die Präsentation unseres Hobbys in der Öffentlichkeit war verheerend, wie gut dass Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft heute nicht mehr Kurzwelle hören. Wie war das noch mal gleich: Ein naturwissenschaftlich geprägter Funkdienst mit hohem Akademikeranteil… Die heutige Gesellschaft benutzt ihre Ellbogen bekanntermaßen rücksichtslos, leider gilt das mittlerweile auch für uns Funker.

Auch für mich war K1N ein „all time new one“ und von daher Pflichtprogramm bis hin zum Schlafentzug und Abfeiern von Überstunden. In Anbetracht meiner bescheidenen Antennenmöglichkeiten entschied ich mich zunächst mal den großen Fischen den Vortritt zu lassen um dann hintenrum, quasi durch die kalte Küche, die begehrteTrophäe einzuheimsen. Es klappte auch ganz gut, am Anfang der 2ten Woche hatte ich früh gegen 02:30h auf 40 das große Glück gehört zu werden und damit war meine Pflicht erfüllt.Die Kür habe ich mir geschenkt, zu groß das Tohuwabohu, zu angespannt die Stimmung, zu aggressiv die Töne in den Clustern. Das ist unser heiliges Hobby, der vielgerühmte HAM-Spirit unsere weltweite Gemeinschaft?

Wie werden wir sie wieder los, die von der ARRL heraufbeschworenen Slot-Geister? Hängt unser Selbstwert den tatsächlich davon ab einen von Vögeln zugesch… Steinhaufen in der Karibik innerhalb 10 Tagen auf allen Bändern in allen Modes gearbeitet zu haben?
Das nächste Großereignis taucht ja bereits hinterm Horizont auf: Bouvet, jetzt nachdem Navassa mit über 125.000 Verbindungen abgefeiert wurde in der pole position. Gibt es wieder ein großen Hauen und Stechen oder kommen wir zur Besinnung? Probate Mittel gab es auch schon in der Vergangenheit: VK0MM hat es im Jahre 2000 vorgemacht und jeden erbarmungslos aus dem Log gelöscht, der einen Doppelanruf tätigte. Sicherlich eine heftige Maßnahme aber wenn sich sonst niemand bemüßigt fühlt die Dinge zu verbessern muss eben der Zweck die Mittel heiligen …

TC7T – Merhaba Trabzon!

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Wie so oft begann alles mit einer Mail, die mich im aktuellen Fall via Reflektor eines im Westen der Republik ansässigen und weltweit bekannten Contestclubs erreichte. Eine kleine Gruppe aufrechter Telegrafisten plant die Teilnahme am WAE CW 2014 aus dem asiatischen Teil der Türkei und sucht noch ambitionierte Teilnehmer.

Der Tag im Office hatte bereits mittelmäßig begonnen und sich danach auch nicht sonderlich zu meinen Gunsten entwickeln können; diese Mail  jedoch hatte das Potential zur „Mail des Tages“. Solche Chancen muss man nutzen, bereits wenige Minuten später war meine Antwort auf dem Weg und ein längeres abendliches Telefonat zeigte schnell Übereinstimmung im Wesentlichen, der Topf passte unter den Deckel  🙂

Zur Verfügung steht uns eine Clubstation in Trabzon; einer Hafenstadt am schwarzen Meer  im Nordosten der Türkei. Die sehr leistungsfähigen  Antennen stehen auf einer Anhöhe hinter der Stadt mit direktem Blick und idealem Takeoff übers Meer in Richtung Europa.

Mittlerweile sind die Flüge bereits gebucht, sowohl die Flugdauer (mit Stoppover in Istanbul)  als auch der Ticketpreis liegen im erträglichen Rahmen, besonders amateurfunkfreundlich ist übrigens die Freigepäckgrenze von 32 kg. Wir werden am Abend des Donnerstag  vor dem Contest dort aufschlagen und am folgenden Dienstag wieder in Richtung Heimat aufbrechen.

Die Personalplanung ist noch nicht abgeschlossen, das Kernteam bilden im Moment Erhard (DL5JQ) und ich. Ein besonderes Highlight wäre die Teilnahme von Roger (ZS6RJ); er kommt gerne, hat allerdings noch einen Paralleltermin, der zu zeitlichen Problemen führen könnte; man wird sehen wie es weitergeht.

Ich freue mich auf alle Fälle schon auf einen flotten Contest aus einer interessanten Gegend mit dem Vorteil, auf der guten Seite der QTC’s sitzen zu können 🙂

2013 – Ich denk, es war ein gutes Jahr …

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Schon komisch, gerade erst angefangen und schon liegt es in den letzten Zügen, das Jahr 2013; Zeit für (m)ein kleines Funk-Resümee:

Rein DX-technisch lief es für mich sehr gut. Die Experten nörgeln zwar dass das Sonnenfleckenmaximum eher mäßig und unterentwickelt war, trotzdem bin ich mit meinen „newones“ mehr als zufrieden. Mit 3C0E, 9U4U, 3D2C, TX5K, TO2TT, HP0INT, 5W0M, K9W und 5J0R, um nur einige der großen Aktivitäten 2013 zu nennen, hat sich mein DXCC Länderstand zwischenzeitlich knapp unter die 250er Marke geschoben. Die ganz seltenen Vögel zu erwischen war nicht immer einfach, speziell TX5K und K9W waren schon sehr dicht umlagert und mit meinen relativ bescheidenen Mitteln war ich froh zumindest auf einem Band gehört zu werden. Gerade bei diesen Aktivitäten erreichte auch der Auftritt des Chors der Störer, Cops und Spaßverderber seinen vorläufigen Höhepunkt. Es ist wirklich bitter diesem Verfall der Sitten zuhören zu müssen, ob sich das wohl noch jemals ändern wird?

In Sachen Contest habe 2013 mein persönliches Ziel „Frequent Contester des BCC“ erreicht. 5 Mio Punkte für den Bavarian Contest Club wären nötig gewesen,  am Ende kamen mit 10.7 Mio Punkten ein für mich tolles Ergebnis heraus. Das ist schon sehr erstaunlich, vor meiner „Kinder- und Karrierepause“ konnte ich mich für die Contesterei absolut nicht erwärmen, mittlerweile plane ich meine Urlaube streng nach dem BCC-Jahreskalender 🙂 Gerade im Team macht die Contesterei großen Spaß: Man trifft neue Leute, kann Kontakte knüpfen, sich den einen oder anderen Trick abschauen und nebenbei wird man über das Neueste in Sachen Funk informiert; ich möchte das alles nicht mehr missen und freue mich schon auf die neue Saison.

Auch antennentechnisch hat sich einiges getan: Die Doublet, bisher als Allbandantenne (10-40m) genutzt wurde ein wenig verlängert und bedient nun nur noch 30/40/80m, eine Cushcraft R5 auf dem Dach deckt mittlerweile die DX-Bänder ab. Der Umbau hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Im DX-Geschäft höre ich mit der Vertical  besser und bin wohl auch ein wenig lauter aufzunehmen; die verlängerte Doublet sorgt  zumindest im EU-Verkehr für ein deutlich stärkeres 80m-Signal; ein 4. Platz im DTC sowie einige seltene Vögel auf 80m (FM, J8, FJ, A9, Z8) zeigen, dass man auch mit bescheidenen Antenn(ch)en für die eine oder andere Überraschung gut ist. Speziell an den Contestergebnissen kann man auch kleine Verbesserungen an der Technik zuverlässig ablesen, es lohnt sich daher zu tüfteln und die Station weiterzuentwickeln.

Schwer begeistert hat mich das „Magic band“. Hier war ja 2013 meine erste Saison und es hat wirklich großen Spaß gemacht auf 6m-Öffnungen zu lauern. Selbst mit meiner fest ausgerichteten HB9CV knapp 2m über Schornstein konnte ich ein wenig mitspielen und hatte es am Saisonende auf immerhin 32 bestätigte Länder auf meinem Konto.  Mittlerweile liegt eine 5-Element Yogi im Keller, die ich 2014 wohl mal versuchsweise in Betrieb nehmen werde; auch eine /p-Aktivität irgendwo im Ausland würde mich reizen, mal sehen wohin die Reise mit dem Funkomobil geht.

Was Dxpeditionen anbelangt habe ich 2013 eine schöpferische Pause eingelegt.  Die ursprünglich geplante Teilnahme an 3DA0ET hatte sich zerschlagen und es war dann auch zu spät noch Alternativen zu suchen. Schau’n wir mal was 2014 bringt, in den Fingern juckt es mich jedenfalls schon sehr stark.

Bleibt nur noch allen Mitlesern hier noch ein paar ruhige Tage, einen guten Rutsch und alle erdenklich Gute im neuen Jahr zu wünschen !

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