Seit ein paar Tagen bin ich nun wieder zu Hause, habe mir einen netten Infekt quasi als Souvenir mitgebracht und beginne das Erlebte aufzuarbeiten und zu bewerten.

Die Gruppe: Ein international zusammengewürfelter Haufen; wir kannten uns bislang nicht, kamen noch dazu aus doch recht unterschiedlichen „Kulturkreisen“. Nicht alles lief glatt, es gab Pannen, Defekte, Krankheiten und selbstverständlich auch die eine oder andere Meinugsverschiedenheit. Vieles war mühsam aber schlussendlich haben wir es geschafft und das Ding gemeinsam zu einem guten Ende gebracht. Für mich extrem lehrreich, einige Lektionen in Sachen „cultural exchange“, die durchaus auch mal schwer verdaulich waren. Interessant zu sehen wie „wir Deutschen“ so ankommen wobei natürlich die Frage unbeantwortet bleibt inwieweit unsere DL’s den „typischen“ Deutschen repräsentiert haben. Ob ich’s noch mal machen würde? Ich denke ja, vielleicht etwas weniger blauäugig und mit mehr Skepsis, schlauer ist man hinterher allemal …

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Die Antennen: Mein neuer Hex funktionierte  (ebeso wie Rogers) ufb, nach dem Mastdebakel stand er ja nur auf 7m Höhe und das SWR auf 10m litt ein wenig unter diesem Umstand; trotzdem waren wir immer wieder überrascht wie gut dieses Antennenkonzept tatsächlich spielt. Durch das leichte Packmaß und den glücklichen Umstand, einer Hochseeangel wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein ist das Hexkonzept geradezu ideal für DX-Peditionen. Auch mit Verticals wie der R7 kann man Qso’s fahren (Exklusivantenne für 30m!) und die alte Lady zeigte, speziell auf 40, dass sie noch lange nicht zum Altmetall gehört.

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Die Technik: Der K3 lief wieder mal problemlos und dürfte einige Freunde gefunden haben. Die mitgebrachten Pa’s litten, wie sich dann schlußendlich herausstellte, unter doch recht extremen Spannungseinbrüchen bis zu 150V. Besonders herauszuheben waren die Experts: Die Netzteile (zertifiziert für 90V – 250V) haben daran wohl einen erheblichen Anteil. Das eine Problem an der 2K stellte war wohl im Bereich der ALC-Kopplung zu suchen und verschwand sofort bei „einfacher“ Kopplung.

Die Ausbreitungsbedingungen: Wir saßen mit offenem Mund vor den Radios und hörten, die Antennen Richtung Nord ausgerichtet,  JA, W und EU zur gleichen Zeit mit identischen Feldstärken. Die DX-Bänder brodelten fast ganztägig, auch nach Einbruch der Dunkelheit war noch lange nicht Schluß. Der Jahreszeit geschuldet war der Betrieb auf den  Lowbands mühsam, die Anzahl der Qsos (160:70 / 80: 274) entsprach nicht unseren Vorstellung; mehr war allerdings trotz heftiger Bemühungen nicht machbar. Die Greyline auf 80 war kurz aber heftig mit Pileups jenseits von Gut und Böse; auf 160 konnte man von einer ausgeprägten GL nicht sprechen, teilweise tauchten Signale für wenige Sekunden aus dem qrn auf um sofort wieder zu verschwinden. Für bessere Ausbeute wären hier Beverages notwendig gewesen, durch die deutliche Limitierung unsere Gepäcks kein ganz einfaches Unterfangen.

Die "Lowbanders" (Jo (DJ3CQ), Chris (DL2MDU), Keith (VE7MID)

Die „Lowbanders“ (Jo (DJ3CQ), Chris (DL2MDU), Keith (VE7MID)

Statistik:

Etwa 32.000 q’s inklusive derer im CQ WW (wir waren als M/2 unterwegs)

Davon 25.000 in CW, 6000 in SSB, der Rest in RTTY

10m:2100 / 12m:6200 / 15m:6400 / 17m:3500 / 20m:3300 / 40m:1100 / 80m:370 / 160m:74 (Zahlen ohne Contest)

Afrika: Wie immer eine Reise wert. Trotz aller Unsicherheiten, Gefahren und Merkwürdigkeiten ist das doch „mein“ Kontinent. Einmal mehr fühlte ich mich dort wohl obwohl meine völlig überzogenen europäischen Ansichten und Werte  auf das Wesentliche reduziert werden mussten.

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Ich habe Elend gesehen und Leute, die herzhaft lachen können, Kontakte geknüpft und Freunde gefunden, wundervolle Natur im Einklang mit völlig zugemüllter Landschaft. Eine Aidsrate von über 70 Prozent und extreme Kriminalität zeugen von einigen ernstzunehmenden Problemen dieses Landes. Man kann nur hoffen dass die Lage am Kap sich zum Guten wenden wird, ich käme gerne nochmal wieder …

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