Die Fahrt geht zunächst ins etwa 300 km entfernte Bloemfountain; dort holen wir bei Bernie (ZS4TX) die berühmte Battle-Creek ab. Die Strasse dorthin ist  gut ausgebaut und entspricht in etwa einer deutschen Bundesstraße. Kein Vergleich mit dem Senegal, man fühlt sich, vom Linksverkehr mal abgesehen fast wie in Europa. Weites Farmland, spärlich besiedelt und von der Sonne verbrannt, landschaftlich nicht besonders attraktiv aber das soll sich noch ändern.
Roger klärt uns über die Probleme dieses Landes auf. Sehr hohe Kriminalitätsrate, das Tragen einer Waffe zur Selbstverteidigung ist üblich, die Fahrzeuge haben seitlich eine Art Panzerglas um  Überfälle zu vermeiden, gefahren wird nur mit verriegelten Türen. In den Orten dominieren extrem geschützte Grundstücke. Mauern mit einbetonierten Glascherben, mit stromführenden Drähten, Infrarotanlagen und Hinweistafeln auf die Securityfirma, die das jeweilige Gebäude betreut. Das alles stimmt uns doch sehr nachdenklich, so schlimm hatten wir es uns nicht vorgestellt.


Herzlicher Empfang bei Bernie. Er hat sich schon im Internet ausführlich über uns informiert und verspricht uns einen Besuch in der nächsten Woche. Die Holzkiste mit der Vertikal wird gemeinsam auf den Dachgepäckträger gehievt und wir fahren weiter. Noch gute 100 Kilometer sind zurückzulegen, allmählich kommt das schroffe Bergmassiv der Drakenberge in Sicht und wir nähern uns der Grenze.
Grenzen in Afrika sind ja bekanntlich ein Thema für sich, man weiß nie wie lange es denn diesmal wohl dauern wird. In unserem Fall verlieren wir durch die langwierige Prozedur auf beiden Seiten etwa 2 Stunden, füllen Unmengen Formulare aus, beantworten Fragen, öffnen Koffer und Kartons und quatschen nebenbei mit einem „Anti-Smuggling-Spezialisten“ über den FC Bayern München. Man kann das Gesehene und Erlebte kaum niederschreiben, das muß man erlebt haben. Mittlerweile ist es stockdunkel und nach weiteren 40 Kilometern erreichen wir endlich den Roma Trading Post, unsere Heimat für die nächsten 10 Tage. Nach über 24 Stunden ohne ein vernünftiges Bett wollen wir eigentlich nur noch schlafen.

Advertisements