Eigentlich mag ich ihn ja sehr gerne, den alljährlichen CW-Fieldday.  Eine schöne Abwechslung zum tristen Alltag im heimischen Shack. Raus in die Natur, frische Luft und Sonnenschein, Antennenexperimente und romantische Abende am Lagerfeuer unter Gleichgesinnten, so zumindest die Theorie. In der Praxis kommt es, wie Eingeweihte wissen, dann oftmals auch zu gewissen Abweichungen vom Plan, und man ist dann mit Dauerregen, technischen Problemen, Sonnenbrand, Mückenstichen und Schlafmangel konfrontiert.

Bedingt durch die gerade stattfindenden Pfingstferien, mussten wir  mit einer Rumpfmannschaft antreten. Die Last des Aufbaus, des Betriebs und des unvermeidbaren Abbaus ruhte also allein auf den schmächtigen Schultern von Peter (DL1MDZ, wie üblich völlig überarbeitet), Wolfgang (DL4MHA) und mir.

Nachdem Murphy uns 2011 in der Aufbauphase mehrmals belästigte starteten wir in diesem Jahr bereits um 08.00h mit den Aufbauarbeiten. Kurz mal eben die Wiese vermessen und schon trugen Peters wuchtige Hammerschläge unsere Botschaft weit hinaus ins schöne Ludwig-Thoma-Land: „Fieldday is, die Dachauer Funker bauen wieder mal auf! “

die starken Männer von C06 …

Der frühe Einsatz sollte sich lohnen; schon um die Mittagszeit, die Temperaturen waren kräftig gestiegen, hatten wir den Huhnerdraht in voller und stolzer Höhe von 15 Metern errichtet, die selbstgebaute Hühnerleiter mit der Bolli-Box verbunden und das Steuer- bzw. Koaxkabel bis ins 30 Meter entfernt abgestellte  Funkmobil geführt.

Es folgte der Aufbau und die Verdrahtung der Station und des PC’s im Funkmobil  bevor wir in diesem Jahr ungewohnt früh zum spannendsten Teil der Vorbereitung kamen: Auf welchen Bändern spielt sie denn nun, unsere Contestantenne? Auch hier hatten wir das Glück des Tüchtigen, bis auf eine leichte SWR-Schwäche im 10m-Band bestätigte die Praxis was die Theorie in der Vorbereitung errechnet hatte. Die Länge und Aufhängung waren brauchbar.

So konnten wir uns den ungewohnten Luxus leisten vor Anbruch der grossen Hektik im Schatten einer wunderschönen Linde noch ein wenig zu relaxen, zu fachsimpeln und noch etwas Nahrung zu uns zu nehmen.

Und dann ging es auch schon los. Anfangs nicht zu hektisch aber mit stetig zunehmenden QSO-Raten und ohne technische Probleme. Für die „Freischichtler“ war der Abend  lau und wunderschön, ein paar mehr Leute zum Ratschen, Grillen und Trinken und es wäre ein unvergessliches Treffen geworden.

Nach einer Runde 2-Stunden-Schichten zum Aufwärmen war es 23.00h und die Nacht mit ihren einsamen 4-Stunde-Törns brach herein. Ich übernahm die Schicht bis 03.00h früh und ertüchtigte  dann zusammen mit dem frisch aus den Federn gekrochenen Wolfgang die Antenne für die Low-Bands. Super Resonanz auf 160, leider klatschnasse Hosen und Füsse bei den Ops

… alles schläft, einsam wacht …

Ich verzog mich trotzdem in meine Kemenate und holte zumindest 3 Stunden des kostbaren Schlafs nach ehe mir der Duft von frischen Bäckereiprodukten und leckeren Croissants die Ankunft unseres Frühfunkers Peter mitteilte. Ein schönes Frühstück mit starkem Kaffee brachte mich schnell wieder in Trab, der Sonnenaufgang war schön anzusehen und die innerliche und äußerliche Wärme tat gut. Leider war diese Idylle nur von kurzer Dauer, es trübte sich blitzschnell ein und wir konnten draussen gerade noch für etwas Ordnung sorgen bevor uns der erste Regenschauer in die Fahrzeuge zwang.

Für zwei Mann ist gerade noch Platz im Funkomobil, wenn das Cockpit bis obenhin voll mit Dingen ist, die vor dem sintflutartigen Niederschlägen geschützt werden müssen. Dass die Herren im Bild trotzdem etwas mürrisch aus der Wäsche schauen lag an den heftigen Prasselstörungen die der Regen, wohl elektrisch aufgeladen, an unserer Antenne entlud.

Die Schauer liessen dann im Laufe des späten Sonntag Vormittag nach und die Temeperaturen blieben angenehm. Wie üblich waren die letzten Stunden etwas zäh und langwierig. Die Bedingungen waren nicht besonders gut, speziell auf 10m musste um jeden Multi intensiv gerungen werden. Peter führ die letzte Schicht mit Bravour und rackerte bis zum Schluß um jedes Pünktchen derweilen der Rest des Teams schon mit dem Zusammenräumen begann. Unverhofft tauchte plötzlich Klaus (DG8RCN) auf und unterstützte uns tatkräftig beim Abbau, vielen herzlichen Dank dafür!

Ein kleines Fazit:

Wir haben uns trotz dünner Personaldecke achtbar aus der Affäre gezogen, das Vorjahresergebnis wurde doch deutlich übertroffen, Murphy besuchte in diesem Jahr wohl andere Teams und in Summe waren die Bedingungen doch etwas besser als 2011. Das Funkomobil hat seine Feuertaufe phantastisch bestanden, ein kleines aber feines 2-Personenshack mit guter Ergonomie. Vereinzelt habe ich noch Details entdeckt, die es zu  verbessern gilt aber das Konzept als solches passt  für meine Bedürfnisse optimal.

DK0OD/p in der Klasse Multi operator, low power, non assisted

855 Qsos

154 Multis

411026 Punkte

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