Heute wollten wir es wagen, die Zeit der Akklimatisierung ist vorbei und unsere Mägen sind ja mittlerweile auf Afrika eingenordet. Auf geht’s zum gemeinsamen Candlelightdiner ins „Le N’diambour“. Richtig, der geneigte Leser erinnert sich: Es handelt sich um das erste Haus am Platze und wir hatten uns von dort neulich schon mal ein Abendessen anliefern lassen.
Gegen 1900 machen wir uns auf den Weg, Strassenlampen gibts hier keine dafür aber reichlich Schlaglöcher auf der Sandstrasse. Nachts wird hier immer der direkt an der Strasse gelagerte Abfall verbrannt; praktische Sache, sieht abenteuerlich aus, riecht auch so aber schont  unsere Taschenlampenbatterien.
Wir kommen im Restaurant an, sehr schlichtes Gebäude aber egal; Hauptsache die können kochen. Einer der zahlreich Anwesenden weist uns einen Tisch zu, dieser wird  unverzüglich, professionell und sorgfältig von dutzenden kleiner schwarzer Käfer gereinigt, die hier rumkrabbeln. Sehen ein wenig wie Wanzen aus aber das täuscht vermutlich…
Wir bestellen aus Francois mitgebrachter Spezialübersetzungsspeisekarte 2 x Fleisch und 1 x (Affen)fisch, eine lokale Spezialität. Plötzlich geht (zum wievielten Mal eigentlich?) wieder mal das Licht aus, die Einheimischen kennen das (wir ja auch) und man reagiert weltmännisch gelassen. Wir schalten die Taschenlampen an die sofort von den restlichen, am Tisch verbliebenen Käfern angesteuert werden; einige krabbeln aus meiner Stoff(!)-Serviette; wie praktisch, ich hätte sonst vielleicht übersehen…
Im Hinterhof läuft rumpelnd der Generator an das Licht kommt und es kann weitergekocht werden. Am Nebentisch besucht eine Frau die Toilette und lässt sich dazu vom Personal eine Taschenlampe geben; insgeheim bin ich froh nicht dorthin zu müssen.
Das Essen wird serviert, ich bekomme zunächst mal den panierten Affenfisch statt meines ebenfalls panierten Fleischs und bemerke meinen Irrtum erst nach dem dritten Bissen; kein Problem, wir tauschen einfach. Das Fleisch entpuppt sich als unangenehm zäh, ein Zeichen für höchste Qualität wie wir mittlerweile gelernt haben. „Gut abgehangen“ ist wegen der hohen Temperaturen nicht möglich, das Fleisch muß noch am selben Tag verzehrt werden und ist daher zäh.
Wir bezahlen €15.- für die reichhaltigen Speisen und Getränke, treten noch ein paar Käfer tot und den Heimweg an. Totenstille, lediglich ein einsamer Generator summt brummend und spuckend dagegen an. In der Ferne hören wir die Schakale heulen und der Sternenhimmel ist wie Samt und  von unglaublicher Schönheit. Ich weiß, es klingt ziemlich abgedreht aber irgendwie ist es  schön hier.

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